Sport im TV :
Eurosport präsentiert sein Olympia-Konzept

Das Ziel des Sportanbieters: Die Wettkämpfe im südkoreanischen PyeongChang, die am 9. Februar 2018 starten, sollen "die ersten voll digitalen Olympischen Winterspiele" werden.

Text: Manuela Pauker

Das Olympia-Studio von Eurosport steht schon parat.
Das Olympia-Studio von Eurosport steht schon parat.

Am 9. Februar 2018 starten die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen PyeongChang – und laut Rechteinhaber Discovery Communications und seinem Sender Eurosport sollen es "die ersten voll digitalen Olympischen Winterspiele" werden.

Der Sender, der das Spektakel in insgesamt 48 Ländern präsentiert, will die Wettbewerbe auf diese Weise einem noch breiteren und vor allem jüngeren Publikum zugänglich machen. Der Anspruch: "Jede einzelne Sekunde" soll über mehr Bildschirme und Plattformen als je zuvor verfolgt werden können. Ein Ziel, zu dem auch der kürzlich abgeschlossene Deal mit dem Messenger-Service Snapchat beitragen soll: Über eine Werbe- und Contentpartnerschaft hoffen die beiden Unternehmen, die rund 55 Millionen Snapchat-Nutzer in Europa zu erreichen.

4000 Stunden Sport-Programm

Abgesehen davon werden im Livestreaming-Angebot Eurosport Player alle rund 100 Wettbewerbe zur Verfügung stehen. Das entspricht gut 4000 Stunden Programm, davon über 900 Stunden live. Neben ARD und ZDF, die als Lizenznehmer berichten, zeigt auch Discovery auf drei linearen TV-Sendern Wettkämpfe: Im Free-TV berichtet Eurosport 1 rund um die Uhr 24 Stunden nonstop, zudem gibt es weitere Inhalte auf dem Familiensender TLC sowie im Pay-TV-Angebot von Eurosport 2.

Discovery hat für die Berichterstattung einiges in Experten und Reporter investiert. Mit dabei sind unter anderem Sven Hannawald (Olympiasieger Skispringen), Martin Schmitt (Skispringen), Michael Greis (Biathlon), Frank Wörndl (Ski Alpin), AnniFriesinger-Postma (Eisschnelllauf), André Lange (Bobsport) und Fabian Hambüchen (Turnen).

Auch die Technik wurde kräftig aufgestockt. So macht es das Eurosport Cube-Studio möglich, Augmented Reality (AR) und erweiterte Dateninfos in einer interaktiven Umgebung zu kombinieren. Zum Einsatz kommt AR unter anderem in der Reihe "Sport Explainers", die spezifische Aspekte der verschiedenen Sportarten erklärt.

Die Berichterstattung läuft jetzt an

Einen Vorgeschmack auf die Spiele liefert Eurosport am 1. November, der thematisch komplett Olympia gewidmet ist. Als neues Format startet außerdem "Destination PyeongChang": Die Reihe liefert bis zum Beginn der Spiele jedes Wochenende News und Einblicke aus dem Wintersportbereich. Auch der Trailer zum Countdown ist bereits fertig:

Die Aufsplitterung der TV-Rechte und die Ausstrahlung über verschiedene Plattformen, die sich bei den Olympische Winterspielen zeigt, wird auch andere Bereiche und Sportarten erfassen, glaubt man bei Discovery. So erwartet Peter Hutton, CEO der Eurosport-Gruppe, noch mehr verschiedene Anbieter für die TV-Übertragung von Fußball-Bundesliga-Spielen: "Es wird in den nächsten Jahren noch komplizierter für die Fans in Deutschland. Diese Aufsplitterung geht in ganz Europa voran", so Hutton gegenüber Bild. Eurosport-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews hat nichts dagegen: "Wir treiben diese Veränderung auch voran."


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde