Stuckrad-Barre :
Ex-Innenminister Gerhart Baum zerlegt "Guidomobil" auf Tele 5

Bei "Stuckrad-Barre" macht Gerhart Baum seinem Ärger über das FDP-Marketing Luft: Mit einem Vorschlaghammer geht er auf Westerwelles Wahlkampf-Mobil los.

Text: Katharina Hannen

Seit dem Wahlkampf 2002 haftet der FDP das Image als Spaßpartei an. Die von Guido Westerwelle angestrebten 18 Prozent wurden deutlich verfehlt, und auch heute ist es um die Liberalen nicht gut bestellt. Laut Infratest Dimap gäben nur vier Prozent der Wähler ihre Stimme der FDP, wären sie heute zur Bundestagswahl aufgerufen.

Kritik an der Partei kommt lange nicht mehr nur von außen, sondern wird auch in den eigenen Reihen laut: In Benjamin Stuckrad-Barres Tele 5-Show lässt der ehemalige FDP-Innenminister Gerhart Baum seinem Unmut freien Lauf und ereifert sich über das "Projekt 18" und den Kanzlerkandidaten Westerwelle. Der derzeitige Außenminister habe sich damals maßlos überschätzt, so der Vorwurf. Das Ganze habe zu nichts geführt, außer dass das Ansehen der Partei beschädigt wurde. "Die FDP ist ausgetrocknet. Sie ist intellektuell uninteressant. Sie ist reduziert auf 'Mehr Netto vom Brutto'.", äußert sich Baum in der Sendung.

Um seinem Ärger noch an Ort und Stelle Luft zu machen, beteiligt sich der 80-jährige Politiker kurzerhand an der Zerstörung eines "Guidomobils". Mit einem Vorschlaghammer geht er auf Westerwelles Wahlkampf-Gefährt los, das für ihn die oberflächliche Effektpolitik der FDP symbolisiert. Ernsthaftigkeit und seriöser Politikstil seien überlebenswichtig für eine liberale Partei, so Baum, dessen Sympathien eindeutig bei Christian Lindner liegen. Ihn wünscht er sich möglichst bald als Parteivorsitzenden. "Es hat ja keinen Sinn, so lange zu warten, bis die Partei möglicherweise nicht mehr da ist."