Uplink kauft Derutec :
Ex-Postminister und Ex-RMS-Chef Sorge mischen UKW-Markt auf

Hinter Uplink Network stehen Wilfried Sorge und Christian Schwarz-Schilling. Das Unternehmen kauft nun Regiocast den UKW-Netzbetreiber Derutec ab.

Text: Petra Schwegler

Ab 2016 gelten neue Rahmenbedingungen durch das Telekommunikationsgesetz, die Wettbewerb im UKW-Netz ermöglichen und das Quasi-Monopol der Ex-Telekom-Tochter Media Broadcast erstmals aufbrechen sollen. Die 2013 gegründete Uplink Network GmbH stellt sich jetzt für die Neuordnung des klassischen Radio-Antennen-Marktes auf: Die Düsseldorfer übernehmen von der Radioholding Regiocast die Tochter Derutec GmbH & Co, einen Berliner Zuleitungs- und Senderbetreiber. "Damit entsteht der mit Abstand größte Wettbewerbsanbieter im bislang praktisch monopolisierten Markt für UKW-Sendernetzbetrieb", heißt es von Uplink. Hinter der Firma steht als Gesellschafter ein besonders guter Kenner der UKW-Netze, die früher zusammen mit der Deutschen Telekom dem Bundespostministerium unterstellt waren: Bundesminister a.D. Christian Schwarz-Schilling und einst Chef der obersten Postbehörde. Ihm zur Seite steht als einer der Miteigner Wilfried Sorge, Radiokenner und ehemaliger Geschäftsführer des bundesweiten Radiovermarkters RMS. Schwarz-Schilling hat seit März den Vorsitz des Uplink-Unternehmensbeirates inne.

Uplink-Geschäftsführer und -Gründer Michael Radomski kann mit der 2005 gegründeten Derutec – Deutsche Rundfunktechnik GmbH & Co. KG über 100 angebundene UKW-Sender einsammeln. Die Düsseldorfer verantworten im Gegenzug ab sofort den technischen Betrieb bei Zuleitung und UKW-Sendernetzbetrieb für die gesamte Regiocast-Gruppe mit Sendern wie Radio PSR, R.SA, R.SH, Delta Radio und Radio Nora. Weitere landesweite Zuleitungsnetze in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sowie UKW-Senderstandorte in Sachsen würden sich aktuell im Aufbau befinden, heißt es.

Radomski hebt die Vorteile für die Radioanbieter hervor: "Die Zusammenführung der beiden Unternehmen bringt entscheidenden Wettbewerb in den deutschen UKW-Sendernetz- und Zuleitungsbetrieb, denn praktisch alle privaten Radiosender in Deutschland sind heute noch gezwungen, ihr Programm über einen einzelnen Anbieter auszusenden, der aus der staatlichen Bundespost entstanden ist". Rainer Poelmann, Sprecher der Regiocast-Geschäftsführung betont, dass sich sein Haus nun "weiterhin voll auf die analoge und digitale Contentproduktion sowie die Vermarktung unserer Radio- und Audioinhalte konzentrieren" werde. Der einst mitgründende Gesellschafter RTL Radio Deutschland war 2009 bei Derutec wieder ausgestiegen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.