Podcaster Tilo Jung ("Jung & Naiv") verteidigte hingegen die Aktion: "Satire ist Geschmackssache." Über Geschmack wurde in den Antworten zu Roßmanns Tweet viel diskutiert - von "menschenverachtend" bis "Meisterwerk". Manch einer empfand den "Almanach"-Schwimmkurs als zum Nachdenken anregend. "Satire darf wehtun", twitterte ein anderer.

Eine erstes Statement aus der "Almanach"-Redaktion gab in der Nacht zu Mittwoch der Journalist Jens Peter Paul ab. "Tatsächlich ist das Stück ganz bitter und böse. Es ist anstößig. Es war Gegenstand mehrerer intensiver Diskussionen. Es gefällt mir selbst absolut nicht. Und lustig ist es erst recht nicht. Aber - Überraschung - das soll es auch nicht." Es sei eine Reaktion auf den deutsch-türkischen Flüchtlings-Deal und den massenhaften Tod von Menschen im Mittelmeer.

AKTUALISIERUNG:

Die Bundespressekonferenz hat sich für die Satire entschuldigt. Der Vorstand bedauere, dass "mit diesem Beitrag Gefühle und Wertvorstellungen verletzt worden" seien, steht in einer Erklärung aus Berlin vom Mittwoch. "Dafür bitten wir um Entschuldigung."

Der Beitrag sei "im Vorfeld kontrovers diskutiert" worden. "Es war die Absicht der Autoren, in überspitzender Form auf die Katastrophe von Tausenden von Toten im Mittelmeer aufmerksam zu machen und zur Diskussion über das Schleusertum anzuregen. In einer redaktionellen Endabstimmung haben Herausgeber und Redaktion mit Mehrheit entschieden, dass dieser Beitrag die Grenzen der Satire zwar austestet, aber nicht überdehnt."

W&V Online/mit dpa


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