Nielsens Bruttowerbestatistik :
FMCG-Branche und E-Commerce machen Medien reich

Top-Werbungtreibender 2016 bleibt P&G - auch wenn der Bruttowerbedruck laut Nielsen Media Research nach Branchen bei Autobauern, E-Commerce und Online-Dienstleistungen am größten ist. 

Text: Petra Schwegler

P&G bewirbt 2016 auch dieses neue Lenor-Produkt.
P&G bewirbt 2016 auch dieses neue Lenor-Produkt.

Der deutsche Werbemarkt ist weiter gut in Fahrt und von Januar bis August um 5,4 Prozent gewachsen: Laut Nielsen Media Research sind die Brutto-Werbeaufwendungen auf knapp 18,3 Milliarden Euro angestiegen.

Die Top-Branche unter den Werbungtreibenden bleibt zwar weiterhin die Automobilindustrie, allen voran VW (plus 20,7 Prozent): Sie gab bis Ende August etwas mehr als 1,1 Milliarden Euro für Reklame aus. Doch allein im August gab der Sektor E-Commerce mehr für Werbung aus als VW, Opel und Co., ebenso die Onlinedienstleistungen. Sie haben den Abstand zu den Autokonzernen nach Bruttowerbespendings damit verkleinert und folgen auf den Plätzen zwei beziehungsweise drei Branchenranking.

Anders das Ranking der Werbungtreibenden: Die Top 5 liegt hier in Händen von Anbietern aus dem Bereich der schnelldrehenden Konsumgüter FMCG. Am meisten Geld für Werbung gab erneut Procter & Gamble aus – mit besonders starkem Werbedruck und dem größten Zuwachs: Die Spendings des Konsumgüter-Riesen belaufen sich bisher auf insgesamt 505 Millionen Euro. Das bedeutet bei P&G ein Bruttoplus von satten 63,0 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch Ferrero setzt verstärkt auf Werbung.

Wenn Zalando, P&G und VW deutlich mehr werben, kommt das den meisten Mediengattungen zugute. Vom Aufwärtstrend profitiert vor allem Mobile mit einem Plus von 67,8 Prozent, aber auch Radio (8,2 Prozent), Out-of-Home (8,0 Prozent) und Fernsehen (7,5 Prozent) - wie ein Blick in die Tabelle belegt:

Quelle: Nielsen Media Research

Quelle: Nielsen Media Research

Mit einem Minus in Höhe von 4,2 Prozent gegenüber Januar bis August 2015 wird für klassische Onlinewerbung in den Nielsen-Bruttozahlen immer deutlicher, dass digitale Budgets ins Mobile verschoben werden und die Werbekunden den Nutzern auf ihren omnipräsenten Smartphones und Tablets folgen.

Alles in allem setzt sich der Trend der vergangenen Monate bei den Zahlen von Nielsen Media Research im August fort – und damit auch der selten gewordene Bruttozuwachs bei Zeitungsanzeigen ...


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.