Quotenbilanz zum Sport :
Fußball sehen Sie am liebsten

König Fußball beherrscht TV - selbst die Olympischen Spiele können bei der Beliebtheit nicht mithalten. Nur die Handballer oder der "Tatort" ...

Text: Petra Schwegler

Bei diesem Trailer saßen im Sommer 2016 besonders viele Zuschauer vor dem TV-Gerät.
Bei diesem Trailer saßen im Sommer 2016 besonders viele Zuschauer vor dem TV-Gerät.

Im TV geht nichts über Fußball. Das EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft ist die erfolgreichste TV-Sendung des Jahres 2016. 29,85 Millionen Fernsehzuschauer sahen am 7. Juli die Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich. Sie bescherten dem ZDF einen unglaublichen Gesamtmarktanteil von mehr 80 Prozent.

Hier die Sportevents im TV, die Sie 2016 am liebsten gesehen haben:

- Das Fußball-EM-Turnier in Frankreich dominierte das TV-Verhalten der Sportfans in diesem Jahr. Nach 14 Spielen folgt in der Liste der am meisten gesehenen Sport-Übertragungen erst auf Rang 15 das DFB-Pokalfinale von Bayern München und Borussia Dortmund mit 13,75 Millionen Zuschauern. Der Quotengarant schlechthin war 2016 die DFB-Auswahl, die auf den ersten sechs Plätzen liegt. Aber auch Partien ohne Joachim Löws Team lockten bei einer EM vor das TV-Gerät. 18,99 Millionen schauten sich zum Beispiel das Spiel Frankreich gegen Island an.

- Nur Handballer konnten mit dem EM-Finale in die Top 20 eindringen: Das Endspiel Deutschland gegen Spanien sahen 12,96 Millionen Gesamtzuschauer in der ARD. Die beste Nicht-Fußball-Übertragung kam auf Platz 17. Mit der Partie gegen Norwegen schaffte es eine zweite Handball-Übertragung in die Top 50. Umso ärgerlicher ist es für die Handballfans, dass es von der WM in Frankreich keine Übertragung im Free-TV gibt …

- Im Vorjahr lieferte die Champions League die Nummer eins bei den Quoten mit FC Barcelona gegen FC Bayern München (13,46 Millionen), und zehn Spiele kamen unter die Top 30 der beliebtesten Sportsendungen. 2016 schaffte es nur eine Übertragung unter die besten 30: Bayern gegen Atlético Madrid (12,25 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren). Durchschnittlich schauten 6,35 Millionen die Champions-League-Berichterstattung der Saison 2015/2016.

- Die Olympia-Sendungen konnten mit Fußball einfach nicht mithalten. Erfolgreichste Übertragung aus Rio de Janeiro war das Beachvolleyball-Finale mit Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, das 8,55 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren live im Ersten verfolgten. Im Quoten-Ranking war das Platz 49.

- Olympia liefert keine Spitzen-Quoten, aber gute Werte über einen sehr langen Zeitraum. Die 315 Stunden live sahen bei ARD und ZDF durchschnittlich 2,54 Millionen Menschen bei einem Marktanteil von 21,1 Prozent.

- Faustkampf im Fernsehen sorgt nur noch mit den Klitschkos für Spitzenquoten. 2016 kam - durch die zweimalige Absage von Wladimir-Klitschko-Veranstaltungen - kein Boxkampf in die Top 50. Im Vorjahr lag der Fight gegen Tyson Fury mit 8,91 Millionen als beste Nicht-Fußball-Übertragung noch auf Rang 18.

- Die TV-Quoten für die Formel 1 sind weit von den Top 50 entfernt, in der abgelaufenen Saison allerdings leicht gestiegen. Durchschnittlich 4,51 Millionen Zuschauer verfolgten die 21 Rennen. Das waren nach RTL-Angaben 310.000 mehr als im Vorjahr, als die 19 Rennen im Durchschnitt 4,20 Millionen schauten. Auch der Marktanteil stieg leicht an.

- Zum Vergleich - ein Top-"Tatort" des Jahres mit 12,69 Millionen Zuschauern fürs Erste lief im Mai. Mit dem beliebten Duo Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers). Sie hatten in Münster den Fall "Ein Fuß kommt selten allein" zu klären - mit 37,1 Prozent Gesamtmarktanteil. 

- Für die Sender bedeutet das: Im Vorjahr war RTL der große Sieger bei den Sport-Quoten. Der Privatsender schaffte es dank der EM-Qualifikation mit der Nationalmannschaft gleich fünfmal in die Top Ten der meistgesehenen Sendungen. Bei der EM selbst war RTL nur Zuschauer und verzeichnete nur drei Übertragungen in den Top 50. Den Rest teilten sich ARD und ZDF. 2017 dürfte sich das wieder ändern, weil RTL die meisten Fußball-Länderspiele zeigen darf.

ps/dpa


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.