Globaler Werbemarkt: Zenith Optimedia senkt Prognose

Abkühlung: Aufgrund des langsameren Wachstums im April und Mai und wegen der anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft senkt Zenith Optimedia ihre Wachstumsprognose für den globalen Werbemarkt in diesem Jahr von 4,8 auf 4,3 Prozent.

Text: Markus Weber

Aufgrund des langsameren Wachstums im April und Mai und wegen der anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft senkt die Agentur Zenith Optimedia ihre Wachstumsprognose für den globalen Werbemarkt in diesem Jahr von 4,8 auf 4,3 Prozent. Für die Jahre 2013 und 2014 bleibt die Prognose mit 5,3 bzw. 6,1 Prozent dagegen unverändert. In Bezug auf den deutschen Markt hält die Agentur auch für das laufende Jahr an ihrer Wachstumsprognose von 2,1 Prozent fest.

Grund für die globale Abkühlung ist laut Zenith Optimedia die im Vorfeld der Griechenland-Wahlen neu entflammte Angst vor einem Zusammenbruch der europäischen Währungsunion. Dass die zunehmend unsichere Wirtschaftslage bisher nur einen relativ geringen Einfluss auf den Werbemarkt hat, liege hauptsächlich am positiven Effekt der Vier-Jahres-Ereignisse.

Die laufende Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele beflügeln den Werbemarkt während der Sommermonate. Dazu werden durch den US-Wahlkampf bis in den Herbst zusätzliche Werbegelder fließen. Insgesamt rechnet Zenith Optimedia mit 6,3 Milliarden zusätzlichen Werbedollars, die durch diese Vier-Jahres-Ereignisse in den Markt kommen. "Die Prognose basiert auf der Annahme, dass ein wirtschaftliche Katastrophe oder gar ein Zusammenbruch der Eurozone verhindert werden kann", sagt Frank-Peter Lortz, Chairman der Mediaagentur Zenith Optimedia.

Stärkster Wachstumstreiber ist weltweit das Internet. Bis 2014 wird das hier investierte Werbebudget jährlich um 16 Prozent wachsen. Besonders Facebook werde seine Relevanz für Werbungtreibende weiter erhöhen. Lortz: "Derzeit liegt der Anteil von Facebook am deutschen Online-Display-Markt bei etwa zehn Prozent. In den kommenden Jahren wird sich Facebook jedoch als dritte Säule der Online-Werbung – neben klassischer Online-Werbung und Suchmaschinenwerbung – etablieren."

Die Gattungen Zeitungen und Zeitschriften verlieren seit 2007 nahezu kontinuierlich Werbeerlöse und werden auch in den kommenden Jahren wohl weiter schrumpfen.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.