Gruner + Jahr-Bilanz: Rückgänge durch Papierkosten und Druckgeschäft

Gruner + Jahr hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem leichten Umsatzplus und einem "erwarteten" Rückgang beim operativen Ergebnis abgeschlossen. Letzteren führen die Hamburger auch auf höhere Papierpreise sowie eine schwache Entwicklung des Druckgeschäfts und in Südeuropa zurück.

Text: Julia Kloft

29. Mar. 2012

Gruner + Jahr hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem leichten Umsatzplus und einem Rückgang beim operativen Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz stieg der Bertelsmann-Tochter zufolge "weitgehend organisch" um von 2,26 Milliarden (2010) auf 2,29 Milliarden Euro. Das Operating EBIT hingegen sank auf 233 Millionen Euro (Vorjahr: 260 Millionen Euro). Die Umsatzrendite lag mit 10,2 Prozent ebenfalls unter Vorjahr (11,5 Prozent).

Gruner + Jahr spricht von einem "erwarteten Rückgang" im Vergleich zum Vorjahr und führt diesen zurück auf eine "deutliche Steigerung der Papierpreise", höhere Entwicklungs- und Projektkosten in "strategischen Umbaufeldern" wie der "digitalen Transformation", auf zahlreiche neue Titel und eine "schwache Markt- und Geschäftsperformance der südeuropäischen Länder und des Druckgeschäfts".

Der Jahresüberschuss bleibt mit 160 Millionen Euro stabil, er erreichte dasselbe Niveau des Vorjahres (160 Millionen Euro). Die Anzeigenumsätze entwickelten sich rückläufig (von 731 Millionen Euro im Jahr 2010 auf nun 725 Millionen Euro). Die Vertriebserlöse hingegen konnten leicht auf 711 Millionen Euro zulegen (2010: 705 Millionen Euro). Das EBIT fiel mit 202 Millionen Euro geringer aus als 2010 (243 Millionen Euro), es wurde vor allem durch eine Sonderabschreibung von 22 Millionen Euro auf das Anlagevermögen der Druckerei Brown Printing beeinträchtigt.

Anders als die Konkurrenzkonzerne Axel Springer und Hubert Burda Media will G+J den Anteil des digitalen Umsatzes nicht ausweisen. Spekulationen, der Anteil liege unter zehn Prozent, wurden auf der Bilanzkonferenz von Vorstandschef Bernd Buchholz mit den Worten gekontert: Der digitale Bereich sei eine Erweiterung des klassischen Geschäfts und werde nicht gesondert betrachtet. jmk/fze


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