Werbeblocker :
Gruner + Jahr weitet Kampf gegen Adblocker aus

Gruner + Jahr verstärkt seinen Kampf gegen Adblocker. Nach Geo.de sind jetzt sieben weitere Websiten dran - darunter Brigitte.de, Gale.de und Schoener-Wohnen.de. Der Grund für das Rollout: Viele Geo-Leser haben ihren Adblocker bereits abgestellt.  

Text: Sebastian Blum

Gruner + Jahr weitet seinen Kampf gegen die Werbeausblendungen weiter aus. Auf insgesamt sieben Websiten des Hamburger Verlags heißt es künftig: Adblocker aus oder zahlen! Auf Schoener-wohnen.de, Essen-und-trinken.de sowie Living-at-home.de sperrt Gruner + Jahr die Werbefilter-Nutzer bereits aus. Für die Leser von Brigitte.de und Gala.de und die Besucher von Communities wie Urbia.de und Chefkoch.de bleibt es dagegen vorerst bei der Bitte, den Adblocker zu deaktivieren.

Die schärfere Politik gegen Werbeblocker scheint sich für Gruner + Jahr auszuzahlen: Die Hamburger waren im vergangen Jahr dem Beispiel von Axel Springer gefolgt und hatten Geo.de gesperrt. Mit Erfolg: Offenbar hat jeder dritte Nutzer den Adblocker ausgeschaltet - Tendenz steigend. Auswirkungen auf den Traffic der Seite soll die Maßnahme nicht haben. Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J Digital Products, zeigt sich deshalb zuversichtlich, dass "auch viele Leser der anderen Websites das akzeptieren werden." "Eine freie Nutzung von Qualitätsjournalismus im Netz ist nur möglich, wenn die Angebote über Werbung finanziert werden können." 

In seinem Kampf gegen die Werbefilter nutzt der Verlag dabei drei Strategien, die auch die Mehrheit der Publisher verfolgt:

Erstens. Eine technische Umgehung der Adblocker-Sperre (Circumvention) - auf Stern.de setzt Gruner + Jahr mit der Verlagstochter Ligatus auf eine eigene Software zur Umgehung der Werbeblocker.

Zweitens. Die Direktansprache der Nutzer auf der Seite (Consumer-Messaging) - aktuell etwa auf Brigitte.de und Gala.de.

Drittens. Das Sperren von Inhalten für Adblock-Nutzer (Content-Blocking) - diese Strategie kommt jetzt auf den Seiten Schoener-wohnen.de, Essen-und-trinken.de und Living-at-home.de zum Einsatz.

Ob sich das ausgeweitete Content-Blocking-Modell auch für die anderen Seiten des Verlags auszahlen wird, muss sich zeigen. Golem.de bietet bereits seit 2014 das werbefreie Abo-Experiment Golem.pur an. Die Bilanz bei dem reichweitenstarken IT-News-Dienst: "Es könnte besser laufen", so Chefredakteur Benjamin Sterbenz. Condé Nast bietet aktuelle ebenfalls eine Bezahlversion seiner Seite Wired.com an. Eine andere Waffe gegen Adblocker und Co. befürwortet dagegen Miriam Meckel: Statt digitalem Ad-Overkill und Clickbaiting fordert die "WiWo"-Chefin kreativere Werbung und mehr fesselnde Inhalte.