"Game of Thrones"-Erpressung :
Hacker halten HBO in Atem

Internetkriminelle haben nach ihrem Angriff auf HBO interne Dokumente veröffentlicht. Darunter eine Zusammenfassung der nächsten Folge von "Game of Thrones".

Text: Susanne Herrmann

"Game of Thrones": Königin Cersei spielt verdammt hart. Die Hacker, die derzeit GoT-Sender HBO erpressen, ebenfalls.
"Game of Thrones": Königin Cersei spielt verdammt hart. Die Hacker, die derzeit GoT-Sender HBO erpressen, ebenfalls.

Seit vor einer Woche der Datenraub bei HBO bekannt wurde, fürchten der US-Sender und die Serienfans große Enthüllungen. Nun haben die Hacker alias "Mr. Smith" tatsächlich Dokumente online zugänglich gemacht und an mehrere Medien geschickt, berichten etwa "The Hollywood Reporter" und "Wired". Offenbar befinden sich unter den veröffentlichten Daten E-Mails einer Führungskraft des Bezahlsenders sowie eine Zusammenfassung der folgenden Skripts, einschließlich der kommenden fünften Folge der aktuellen siebten Staffel von "Game of Thrones" (die am 13. August in den USA, ab 14. August in Deutschland gezeigt wird).

Das trifft GoT-Fans, die am Montag in Deutschland die taufrische Episode 4 gesehen haben, besonders hart, sofern sie auf eine Enthüllung stoßen, denn: Folge 4 endete mit einem üblen Cliffhanger - das ist in der Fantasy-Serie nicht die Regel; der Stoff trägt auch so.

Darüber hinaus wurde nun anhand der Veröffentlichungen das Motiv der Kriminellen klar: In einem an HBO-Chef Richard Plepler adressierten Video forderten die Internetkriminellen eine hohe Geldsumme, die in der öffentlichen Version unkenntlich gemacht wurde. Fließt kein Geld in Form von Bitcoins, wollen sie weiteres Material ins Netz stellen.

HBO-Sprecher Jeff Cusson sagte, dass der Sender weitere Enthüllungen der Hacker erwartet habe. Man arbeite mit Behörden und externen Cybersicherheitsfirmen zusammen, um den Vorfall zu untersuchen. Es sei nicht davon auszugehen, dass das komplette E-Mail-System vom Hack betroffen sei.

HBO kämpft seit Jahren damit, Handlungen neuer Folgen seiner beliebtesten Serie geheim zu halten und deren illegale Verbreitung zu verhindern. Aus der fünften Staffel von "Game of Thrones" waren etwa vier Folgen vorab im Internet aufgetaucht, nachdem DVDs für Rezensionen an die Presse und Branchen-Insider verschickt worden waren. Das mehrfach ausgezeichnete Fantasy-Drama war Mitte Juli in die siebte Staffel (mit nur noch sieben Folgen) gestartet. Nach Staffel acht im kommenden Jahr ist die Verfilmung von George R.R. Martins "Lied von Eis und Feuer" zu Ende.

In Deutschland zeigt Sky jeweils die Erstausstrahlung. Die dritte Folge am 31. Juli war die bislang stärkste, seit es den Pay-TV-Kanal Sky Atlantic gibt: 520.000 Zuschauer waren linear dabei. Folge vier am 7. August schauten 380.000 um 20.15 Uhr - mit 3,6 Prozent Marktanteil bei den Werberelevanten (über alle Verbreitungswege am 7. August: 880.000 Kontakte).

Linear und non-linear kommt die siebte Staffel auf den Sky-Kanälen nach drei Wochen auf insgesamt rund 6 Millionen Kontakte - gut dreimal so viele wie zum selben Zeitpunkt in Staffel sechs (1,85 Mio.). Der non-lineare Anteil der GoT-Zuschauer liegt dem Medienkonzern zufolge aktuell bei 46 Prozent. (sh/dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.