Branchennews in Kürze :
Herrmanns Mediennotizen

Amazon Prime expandiert ohne Lokalisierung, Nominierte für den Deutschen Fernsehpreis, "The Voice" schließt mit gut 3 Millionen Zuschauern, Sky feiert Champions-League-Gruppenphase, Thomas Rabe zufrieden mit Bertelsmann-Bilanz, Madsack mit RND-Qualitätssiegel.

Text: Susanne Herrmann

Andreas Bourani und sein "The Voice"-Sieger Tay Schmedtmann.
Andreas Bourani und sein "The Voice"-Sieger Tay Schmedtmann.

Amazon Prime Video. Wird global. Wie einst der Konkurrent Netflix setzt auch Amazon dabei zunächst nicht auf Lokalisierungsprozesse, so die Analysten von IHS Technology Richard Cooper und Irina Kornilova. Amazon führe die Expansion mit überwiegend eigenproduzierten Inhalten in nur wenigen Sprachen durch, die Abokosten seien überwiegend in Dollar und Euro angegeben. Das sei, so die IHS-Analysten, kein Erfolgsmodell in Konkurrenz zu Lokalanbietern. Das zeige Netflix: Vor knapp einem Jahr kamen 130 neue Märkte auf diese Weise hinzu (zu den bestehenden 50) - und steuerten heute zusammen nur rund 5 Prozent der Abonnenten bei. Amazon Prime Video gibt es bislang nur in Deutschland, Österreich, USA, England und Japan. Amazon investierte 2016 rund 337 Mio. Dollar in eigne Inhalte (2015: 176 Mio.). Netflix wird IHS-Prognosen zufolge 2016 rund 1,2 Mrd. Dollar für Eigenproduktionen aufwenden. IHS

Deutscher Fernsehpreis. Wird am 2. Februar vergeben. In der Kategorie Bester Fernsehfilm sind nominiert "Das weiße Kaninchen" (SWR), "Terror - Ihr Urteil" (ARD), "Duell der Brüder - Die Geschichte von Adidas und Puma" (RTL), "Auf kurze Distanz" (ARD) und "Familienfest" (ZDF). Bei den Besten Mehrteilern konkurrieren unter anderem "Der Fall Barschel" (ARD), "Ku'damm 56" (ZDF), "Mitten in Deutschland: NSU" (ARD) und "Winnetou - Der Mythos lebt" (an Weihnachten auf RTL).
Die Serien-Konkurrenz ist überschaubar: Die bereits im Vorjahr mit dem Fernsehpreis ausgezeichnete Vox-Produktion "Club der roten Bänder" tritt gegen die Bastian-Pastewka-Serie "Morgen hör ich auf" (ZDF) und die Dramaserie "Tempel" mit Ken Duken (ZDF Neo) an. dpa

"The Voice of Germany". Lockte mit dem Finale noch einmal gut drei Millionen Zuschauer zu Sat.1, wurde aber am Sonntag dennoch nur Vierter. Im Finale der ProSiebenSat.1-Show verfolgten durchschnittlich 3,08 Millionen Zuschauer, wie sich der 20-jährige Tay Schmedtmann den Sieg sicherte. Der Marktanteil für Sat.1 betrug 10,4 Prozent. Im Vorjahr schalteten das Finale an einem Donnerstag 2,92 Millionen Zuschauer ein, vor zwei Jahren wurden 3,15 Millionen gemessen. Somit fiel die Entscheidungsshow nach Quoten gemessen durchschnittlich aus.
Zur Hauptsendezeit ab 20.15 Uhr lag der ARD-"Tatort" aus Frankfurt ("Wendehammer") mit 7,90 Millionen Zuschauern (21,9 Prozent) vorn - für einen "Tatort" kein berauschender Wert. Im ZDF brachte es das Rosamunde-Pilcher-Melodram "Haustausch mit Hindernissen" auf 5,31 Millionen Zuschauer (14,7 Prozent) und auf RTL der Fantasyfilm "Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere" auf 3,74 Millionen (11,2 Prozent).
Auf die ProSieben-Komödie "Let's Be Cops - Die Party Bullen" entfielen 1,54 Millionen Zuschauer (4,4 Prozent), auf die Vox-Show "Guidos Shopping Queen des Jahres" 1,34 Millionen (auch 4,4 Prozent) und auf den RTL-II-Fantasyfilm "Eclipse - Biss zum Abendrot" mit Kristen Stewart 0,79 Millionen (2,3 Prozent). dpa

Sky. Freut sich über die Gruppenphase der laufenden Champions League - für Sky die erfolgreichste der Sendergeschichte: Durchschnittlich sahen 2,67 Millionen Kontakte pro Spieltag die Partien der europäischen Königsklasse, davon 1,55 Millionen linear zu Hause, 0,70 Millionen mobil via Sky Go und 0,41 Millionen außer Haus in den Sky Sportsbars. Im Vergleich zur Vorsaison nutzten damit 36 Prozent mehr Sky-Abonnenten den mobilen Service Sky Go, um die Live-Übertragungen unterwegs abzurufen. 62 Prozent mehr Fans suchten eine der zahlreichen Sky Sportsbars zum gemeinschaftlichen Sehen auf.
Ebenso lief es mit der Vermarktung: Sky Media verzeichnete eine knapp 90-prozentige Auslastung des Werbeinventars, welches im Vergleich zur Vorrunde 2015/16 um 16,6 Prozent ausgebaut wurde. Der klassische Werbeblock war während der gesamten Gruppenphase ausverkauft.
Der Umsatz mit der Gruppenphase ist so um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 54 Neukunden konnten gewonnen werden. Darunter unter anderem Betway, Schauinsland-Reisen und Aldi Einkauf. Unternehmensangaben

Bertelsmann. Hatte ein "ereignisreiches und gutes Jahr", schreibt Konzernchef Thomas Rabe an seine Mitarbeiter. Das vierte Quartal verlaufe gut, nie sei der Konzern so "ertragsstark" wie heute" gewesen. Zurückzuführen sei das auf Wachstum in den USA und das breite Portfolio aus Medien, Dienstleistungen und Bildung.

Madsack. Führt bei all seinen Tageszeitungen ab sofort das RND-Qualitätssiegel "Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland" im Titelkopf. Die Zeitungen der Mediengruppe wollen damit Transparenz zeigen und ihre Zugehörigkeit zu einem starken Netzwerk regionaler Tageszeitungen dokumentieren. Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe: "Nach nur drei Jahren hat sich das RND zu einem Qualitätssiegel für exzellenten Journalismus entwickelt. Das Netzwerk arbeitet auf hohem, journalistischem Niveau. Das zahlt sich aus. Das RND hat rasant an Bedeutung in Deutschland gewonnen, und so profitieren die Leser unserer regionalen Tageszeitungen von einer ausgezeichneten überregionalen Berichterstattung." Diese Partnerschaft wolle Madsack auf den Titelseiten dokumentieren und so unterstreichen, dass professioneller Journalismus "für uns das höchste Gut ist". Düffert: "Man kann das in der aktuellen Zeit gar nicht oft genug hervorheben." Unternehmensangaben


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.