Branchennews kurz & knapp :
Herrmanns Mediennotizen

ARD fliegt mit Cantz, Sky Sport im Web, RTL II verkuppelt wieder Nackte, "FAZ" verstärkt Marketing, 3-D-Filme locken ins Kino, AfD plant Boulevardblatt, IfaD misst Radio-Werbewirkung.

Text: Susanne Herrmann

"Naked Attraction", ein Format-Import auf Großbritannien, soll RTL II noch einmal glücklich machen. Staffel zwei ist in Planung.
"Naked Attraction", ein Format-Import auf Großbritannien, soll RTL II noch einmal glücklich machen. Staffel zwei ist in Planung.

ARD. Erteilt "Flieg mit mir!" die Starterlaubnis. Ab 18. August gibt Guido Cantz in dem neuen Reisequiz immer freitags um 18.50 Uhr im Ersten abenteuerlustigen Kandidaten die Chance, ein exotisches Land in netter Begleitung zu bereisen. "Flieg mit mir!" kombiniert Reise- mit Kuppelshow: In jeder Folge werden zwei Singles - eine Frau und ein Mann - jeweils weiteren Singles vorgestellt. Unter ihnen dürfen sie auswählen, wen sie sich als Spielpartner, möglichen Reisebegleiter und vielleicht sogar neue Liebe fürs Leben vorstellen könnten.Die Ratesendung ist eine Produktion von I&U TV im Auftrag der ARD-Werbung und der ARD. Die Redaktion liegt beim Norddeutschen Rundfunk. (Unternehmen)

Sky Deutschland. Baut im Netz auf Skysport.de. Zusätzlich zum besten Angebot an exklusiven Live-Sport-Inhalten auf dem 24-Stunden-Sportnachrichtensender Sky Sport News HD, der seit Dezember 2016 im Free-TV ausgestrahlt wird, und dem Social-Media-Auftritt komplettiert das neue Sportportal das frei verfügbare Sky-Sport-Angebot. Auf der Plattform will Sky Nachrichten und Highlights "aus der gesamten Welt des Sports" veröffentlichen. Heißt: Außer um Fußball geht es auch um Formel 1, Handball, Tennis, Golf und mehr. Der Schwerpunkt liegt auf Video-Content. Zusätzlich gibt es den Livestream des Senders Sky Sport News HD. (Unternehmen)

RTL II. Verkuppelt wieder Nackte miteinander. Aufgrund der Erfolgs von "Naked Attraction" (Bild oben) geht die Serie in die zweite Staffel, wie eine Sprecherin des Münchner Privatsenders der Nachrichtenagentur DPA sagte. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Derzeit sei RTL II auf der Suche nach Kandidaten. Offen ist jedoch noch, wann produziert wird und wann die zweite Staffel ins Fernsehen kommt. Ob es Pläne für eine Prominentenversion von "Naked Attraction" gibt, wie "Bild" schrieb, ließ der Sender jedoch offen. Die erste, von Milka Loff Fernandes moderierte Staffel hatte Marktanteile von bis zu 10,7 Prozent in der von RTL II bevorzugten Zuschauerzielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer. Sie lief ab 8. Mai dieses Jahres. (dpa)

Yasmina Farrag leitet das "FAZ"-Marketing.

Yasmina Farrag leitet das "FAZ"-Marketing.

"FAZ". Verstärkt ihr Marketing personell. Zum 1. Juli hat Yamina Farrag (l.) die Marketingleitung übernommen. Die Position wurde neu geschaffen, um die Marke auszubauen. Als Leiterin Marketing der "FAZ" berichtet Farrag an Ingo Müller, Gesamtleiter Werbemärkte & Media Solutions. Die studierte Betriebswirtin begann ihre Laufbahn 2010 bei der Kommunikationsagentur 029. Nach zwei Jahren als selbständige Kommunikations- und Marketingberaterin für internationale Unternehmen wechselte sie 2015 zur Werbeagentur Ogilvy & Mather und war dort zuletzt Etat-Direktorin. (Unternehmen)

FFA. Legt Detailanalysen der Studie "Der Kinobesucher 2016" vor. Sie zeigen die Bedeutung von 3-D-Filmen als Umsatzträger für den deutschen Kinomarkt. Mit einem Box-Office von 296 Millionen Euro machten 3-D-Vorstellungen demzufolge 29 Prozent aller Ticketumsätze aus. 26 Millionen gelöste Kinotickets (-5 Prozent, Gesamtmarkt: -14 Prozent) und damit fast jeder vierte Besuch (23 Prozent) entfielen auf einen 3-D-Film. Die meisten 3-D-Tickets wurden erneut an 10- bis 19-Jährige verkauft (5,8 Millionen), sie machten beinah die Hälfte der 3-D-Kinobesucher aus (11,8 Millionen Personen – 1,9 Millionen Besucher weniger als im Jahr davor). Der deutsche Film konnte 2016 mit einem Gesamtumsatz von 208 Millionen Euro nicht an das Ausnahmejahr 2015 (319 Millionen Euro) anknüpfen. Die Analysen für "Der Kinobesucher" basieren auf Daten des Individualpanels der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Das Panel befragt regelmäßig 25.000 Teilnehmer zu ihrem Kinobesuch und ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 10 Jahre. (FFA)

AfD. Beziehungsweise ein Verein ihrer Gönner arbeitet laut einer Meldung der "NZZ am Sonntag" mit Schweizer Unterstützung an einer Boulevardzeitung. Der Verein plane die Lancierung einer Zeitung in einer Auflage von 200.000 Exemplaren – zuerst in Berlin, dann in weiteren bevölkerungsreichen Regionen. Die der "Bild"-Zeitung nachempfundene Wochenzeitschrift soll den Namen "Deutschland-Kurier" tragen, als Kolumnist sei unter anderem der Ex-"Bild"-Chefredaktor Peter Bartels gewonnen worden. Im Gegensatz zu der früheren, einmalig verteilten AfD-Zeitung Extra-Blatt soll der "Deutschland-Kurier" nicht mehr kostenlos sein, sondern 30 Cent pro Ausgabe kosten und im Abo vertrieben werden. Laut "NZZ am Sonntag" ist der in der Schweiz lebende SVP-Werber Alexander Segert am Projekt beteiligt - er sei aber "lediglich Auftragnehmer". (NZZ/Werbewoche)

IfaD. Stellt den Radiospot-Checker zur Echtzeitmessung vor. Das unabhängige Institut für angewandte Datenanalyse (IfaD) aus Hamburg analysiert mit seinem neuen Instrument, wie schnell der Spannungsbogen aufgebaut wird, wie gut der Moment der Kernbotschaft und des Brandings gefällt und wie der Hörfunkspot in verschiedenen Subgruppen ankommt. Das Modul ist Teil der Befragungssoftware CIS und kann innerhalb von Onlineumfragen geräteübergreifend eingesetzt werden. Die Analyse zeigt außerdem, welche Abschnitte besonders gut ankommen und welche weniger gut und wie sich das Involvement im Spotverlauf entwickelt, sagt die IfaD. So könnten gegebenenfalls auch Stellen zum Kürzen oder zum Verbessern identifiziert werden. (Unternehmen)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.