Hilfe für Burdas "Freundin": Riekel, Pfaller, Mielke stemmen das Blatt

Task Force beim schwächelnden Frauentitel aus dem Burda-Verlag? Die Troika aus Patricia Riekel, Petra Pfaller und Michaela Mielke soll die "Freundin" fürs Erste auf Kurs bringen..

Text: Lisa Priller-Gebhardt

28. Mar. 2012

Die Zeitschrift "Freundin" aus dem Haus Hubert Burda Media soll ab sofort und übergangsweise von einer Troika, bestehend aus der Chefredakteurin von "Bunte", Patricia Riekel, dem Mitglied der Chefredaktion Petra Pfaller und der Entwicklungs- und "Cover"-Chefredakteurin Michaela Mielke unterstützt werden. Das ist nach Informationen von W&V Online am Mittwochvormittag intern bekannt gegeben worden.

Der Verlag verweist auf Anfrage darauf, dass Ulrike Zeitlinger-Haake weiter im Amt sei und sie von Stellvertreterin Sabine Pabst derzeit und weiterhin während ihres Mutterschutzes vertreten werden. Doch die drei erwähnten Damen mischen in der Tat aktuell bei der "Freundin" mit, zumal für Sabine Pabst eine krankheitsbedingte Vertretung gefunden werden muss: Petra Pfaller steige daher in die aktuell zu produzierende Ausgabe ein, und werde die Heftproduktion ab sofort organisatorisch unterstützen, heißt es bei Burda. Die "Freundin"-Redaktion werde in den aktuellen Abläufen zusätzlich und nach Bedarf unterstützt von Patricia Riekel, die auch Herausgeberin des Magazins ist, und von Michaela Mielke.

Ob der Verlag mit der Zwischenlösung in der Chefredaktion auf die sinkenden Verkaufszahlen des Magazins reagiert - unklar. Wie andere 14-tägliche Frauenblätter verliert auch die "Freundin" Leser. Und: Seit der erfolgreichen Einführung des Magazins "Donna", das im vergangenen Mai als "ältere Schwester“ der Freundin gelauncht worden ist, hat das 14-tägliche Magazin zusätzlich zu kämpfen. Innerhalb eines Jahres hat der Titel laut IVW zehn Prozent seiner verkauften Auflage eingebüßt. 456.000 Stück setzte die "Freundin" im vierten Quartal 2011 im Schnitt ab.

Dass bei dem Titel Handlungsbedarf besteht, deutete Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen am Montag in einem "SZ"-Interview an. Dort sagte Kallen auf die Frage, ob es ihn betrübe, wenn Stammblätter wie "Freundin" wenig Gewinn machen: "Unter der Ausdifferenzierung hat auch die Freundin gelitten. Nichtsdestotrotz arbeitet das Team mit Hochdruck daran, die Attraktivität der Marke auszubauen.“ Es herrschen turbulente Zeiten bei der "Freundin": Erst vor wenigen Wochen ist bekannt geworden, dass das Blatt nicht nur Leser, sondern auch Mitarbeiter verliert. Insgesamt sollen zwölf Stellen bei der "Freundin" abgebaut werden.

Die aktuelle Personal-Konstellation Tableau soll keinerlei Auswirkungen auf Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger haben, heißt es beim Verlag. Sie werde in jedem Fall zur "Freundin" zurückkehren, hieß es bereits vor drei Wochen in einer Anfrage zu dem Stellenabbau. Diese Aussage bekräftigt der Verlag erneut.

lip/ps


Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.



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