Verkauf an niederländische Post :
Holtzbrinck lässt das Postgeschäft sein

Der niederländische Postdienstleister Postcon übernimmt auch die Holtzbrinck-Anteile an Pin Mail. Die Verlagsgruppe verabschiedet sich vom Postgeschäft.

Text: Petra Schwegler

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck verabschiedet sich mit dem Ausstieg bei Pin Mail vom Postgeschäft.
Die Verlagsgruppe Holtzbrinck verabschiedet sich mit dem Ausstieg bei Pin Mail vom Postgeschäft.

Die Ära "Postgeschäft" bei Holtzbrinck geht zu Ende. Eine Tochter der niederländischen Post NL kauft die Anteile am Briefzusteller Pin Mail von der Verlagsgruppe. Der Postdienstleister Postcon übernehme die Pin Mail damit komplett, wie Holtzbrinck am Freitag mitteilt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Die "Heilbronner Stimme" hatte zunächst darüber berichtet.

Pin Mail machte mit seinen 1250 Mitarbeitern 2015 rund 60 Millionen Euro Umsatz und plane dieses Jahr eine Steigerung von zehn Prozent, sagt Jens Schwanewedel, kaufmännischer Geschäftsführer der Holtzbrinck-Gruppe.

Pin Mail als Überbleibsel des ehemaligen Regionalzeitungsgeschäfts

Der Postdienstleister verteilt pro Jahr rund 115 Millionen Sendungen, er stellt selbst ausschließlich in Berlin zu. Über die 2010 gegründete Mail Alliance, einen bundesweiten Zusammenschluss von privaten Briefdiensten, können Sendungen aber im ganzen Bundesgebiet verteilt werden. Postcon beschäftigt in Deutschland gut 2400 Mitarbeiter direkt - über Beteiligungen kommen 3000 weitere Mitarbeiter hinzu.

Holtzbrinck hatte die Pin Mail 2008 aus der Insolvenzmasse der Pin Group gekauft. 2009 war Postcon ausgestiegen. Holtzbrinck sei damals noch im Regionalzeitungsgeschäft aktiv gewesen, das ebenfalls Postzustellaktivitäten betrieb. Inzwischen hat der Verlag sich aber von den Regionalzeitungen getrennt. Pin Mail ist noch ein Überbleibsel. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt für den Ausstieg, sagte Schwanewedel.