DCI und Fresenius zu Paid Content :
Immer mehr bezahlen für Inhalte

Ausgaben für News, Fachinformationen, Filme, Musik oder E-Books treiben den Umsatz mit Paid Content, ermitteln das DCI Institute und Fresenius.

Text: Petra Schwegler

Ein E-Book bei Amazon, ein Essay bei SZ.de: Der Umsatz mit Paid Content hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt.
Ein E-Book bei Amazon, ein Essay bei SZ.de: Der Umsatz mit Paid Content hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt.

Mit digital aufbereiteten Inhalten haben deutsche Medienunternehmen im vergangenen Jahr geschätzt 1,6 Milliarden Euro umgesetzt. Das DCI Institute kommt in Kooperation mit der Hochschule Fresenius Hamburg (Fachbereich Wirtschaft & Medien) anhand einer Online-Umfrage unter rund 2600 Nutzern zu dem Ergebnis, dass sich der Umsatz mit bezahlten Digitalprodukten (News, Fachinformationen, Filme, Musik, Games, E-Books) auf Plattformen wie Amazon, im App-Store oder auf den Websites der Anbieter binnen zwölf Monaten fast verdoppelt hat.

Inzwischen haben der Umfrage zufolge 10 Millionen Onlinenutzer für digitale Inhalte bezahlt. Besonders stark ist demnach 2016 das Segment der über 45-jährigen Käufer im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Hier stimmt den Studienautoren zufolge die alte Volksweisheit: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" nicht. Denn: Die Käuferzahl ist in diesem Alterssegment um 85 Prozent angewachsen. Profitieren kann davon vor allem der Bereich Fachinformationen. "Hier stieg die Nutzung um fast ein Viertel", weiß die Analyse "Paid Content in Deutschland – Status Quo und Jahresentwicklung".

Hier eine Übersicht über die bevorzugten Einkäufe unterschiedlicher Zielgruppen:

Quelle: DCI/Hochschule Fresenius HH

Quelle: DCI/Hochschule Fresenius HH

Wie im Vorjahr auch kauften drei von vier Befragten regelmäßig digitalen Content. Die Attraktivität von Abos sei nicht gestiegen, in den jüngeren Gruppen sogar gesunken, heißt es einschränkend.

Wie im Vorjahr auch belegt die Analyse, dass gerade "Neukäufer" sich erst einmal an den Kauf gewöhnen müssen und daher erst einmal Einzelkäufe durchführen. Wer einmal gekauft hat, wird aber auch in den allermeisten Fällen wieder kaufen. Nur 1,5 Prozent aller Käufer wollen nicht mehr für Onlineinhalte zahlen. Alles in allem halten die Autoren bei Paid Content für 2017 einen Umsatzsprung auf bis zu 2,7 Milliarden Euro für möglich.

Die Nutzer wurden im Januar mittels Onlinefragebogen zu ihren Kauferfahrungen für digitale Inhalte befragt. Die Keyfacts stehen hier zum kostenlosen Download parat.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.