Exklusiv-Interview :
"Immer Mercedes": Product Placement bei Til Schweiger

Schauspieler, Kinoproduzent - und Werbung: Til Schweiger hat seinen ersten eigenen Werbespot für Watchever gedreht. Im Interview mit W&V erklärt der "Tatort"-Kommissar, wo für ihn die Grenzen sind und welche Rolle Werbung in seinen Filmen spielt.

Text: Katrin Otto

Auf Product Placement zur Finanzierung von Filmen in TV und Kino will sich der Unternehmer Til Schweiger nicht verlassen.
Auf Product Placement zur Finanzierung von Filmen in TV und Kino will sich der Unternehmer Til Schweiger nicht verlassen.

Schauspieler, Kinoproduzent - und Werbung: Til Schweiger hat seinen ersten eigenen Werbespot für Watchever gedreht. Im Interview mit W&V erklärt der "Tatort"-Kommissar, wo für ihn die Grenzen sind und welche Rolle Werbung in seinen Filmen spielt.

Herr Schweiger, Sie haben einen Spot für Watchever realisiert. Warum drehen Sie auf einmal Werbung?

Weil ich selber öfter schon Testimonial war und mich Werbung generell interessiert.

Wollen Sie die Werbefilmproduktion ausbauen?

Wir haben nicht das strategische Ziel, eine Commercial-Unit aufzumachen. Wir sind mit Kinoproduktionen ausgelastet und haben gerade die Site Barefootliving gegründet. Deshalb sind wir nicht auf Akquise aus in der Werbeproduktion.

Also kein weiteres Standbein?

Ich habe ja ein Standbein als Schauspieler und Kinoproduzent, ein zweites als "Tatort"-Kommissar und ein drittes mit Barefootliving. Hier gibt es bereits auch "Barefootmusic" und "Barefootdesign". Aktuell haben wir einen neuen Wein kreiiert, namens "Emma". Der reift jetzt noch in den Fässern. Den gibt es dann ab November bei Barefootliving.

Stichwort Kinoproduktion: Aktuell kommt ihr neuer Film "Honig im Kopf" in die Kinos. Welche Rolle spielt für Sie Product Placement?

Das spielt nur eine kleine Rolle. Placement im Film ist interessant, steht aber nicht im Vordergrund. Es muss elegant sein und darf nicht in jeder Ecke erkennbar sein. Es gibt in Deutschland nicht so viele Firmen, die wirklich Geld in die Hand nehmen. In Deutschland ist Product Placement immer gleich ein Problem, deshalb kommt es auch immer nur in kleinem Rahmen vor. Das heißt, ein Produkt im Film zu zeigen, bringt vielleicht 30.000 Euro ein. Das ist mehr als gering bei einem Film mit einem Budget von acht Millionen Euro.

Welche Produkte werden in Ihren Filmen gezeigt?

In meinen Filmen fällt vielleicht auf, dass meine Protagonisten immer Mercedes fahren.

Gibt es auch Produkte, die Sie ablehnen?

Oft kommt mein Produktionsleiter mit einem Produktangebot. Da sage ich dann auch Nein, weil es vielleicht farblich nicht in meine Welt passt. Produkte werden bei uns auch nicht ins Drehbuch reingeschrieben. Und das soll auch so bleiben.

Sie sehen also keine wachsende Bedeutung von Placement als Finanzierungsmittel vor dem Hintergrund zunehmender Budgetkürzungen?

Placement spielt keine wachsende Rolle im Bereich Finanzierung. Am meisten wird im Fernsehen gekürzt. Das betrifft selbst den "Tatort", obwohl der das Aushängeschild ist. Und Öffentlich-Rechtliche dürfen kein Placement betreiben. Am Ende hätten die öffentlich-rechtlichen Sender genug Geld für das Programm, wenn sie mal ihren ganzen Apparat entschlacken könnten.


Autor:

Katrin Otto
Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.