Lesetipp zum Rant von Petra Mayer :
Ippen Digital Media: "Content-Kings" statt "Billigheimer"

Gute Inhalte, die zu bewegen verstehen, kosten Zeit und Geld: Petra Mayer, Chefin von Ippen Digital Media, will daher keine unterqualifizierten Bewerber. Ein Lesetipp!

Text: Petra Schwegler

- 5 Kommentare

Bei der Münchner Digitalagentur Ippen Digital Media sollte man sich nur dann bewerben, wenn man wirklich Profi ist im Metier. Denn das, was Geschäftsführerin Petra Mayer an Bewerbungen auf Stellengesuche für bestens ausgebildete Online-Redakteure und Content Marketer bekommt, spottet aus ihrer Sicht jeder Beschreibung. Sie tut ihren Ärger über komplett ungeeignete Bewerber im hauseigenen Blog "We love Content" kund und sagt dort offen "Nein zu Billigheimern". Mayer wörtlich mit Blick auf die "Referenzen" der Bewerber:

"Menschen fühlen sich befähigt, weil sie mal bei einer Schülerzeitung mitgearbeitet haben. Oder Germanistik studiert. Oder bei der Lokalzeitung ein paar Monate mitgearbeitet. Sie sind Social Media Experten, weil sie diese Plattformen selber nutzen.

Gute Inhalte, die zu bewegen verstehen, würden nun mal Zeit und Geld kosten, verteidigt Mayer das Konzept von Ippen Digital Media. Und sie ärgert sich offen darüber, "dass alle Welt erklärt, wie wichtig Content ist, wie unverzichtbar und überlebensnotwendig für moderne Unternehmen. Und gleichzeitig wird Content so gering geschätzt wie ein Popel". Sie fürchtet in ihrem Rant gegen die Entwicklung bei Inhalten, dass das unterqualifizierte Personal dennoch einen Job an entscheidender Stelle bekommen wird – und dort die Preise drückt. Für Unternehmen und für Mitarbeiter.

Aber lesen Sie selbst, wie Petra Mayer von Ippen Digital Media die Lanze bricht für gute Inhalte, die von gut ausgebildeten Autoren geschrieben werden sollten. Von "Content-Kings" eben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



5 Kommentare

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Anonymous User 17. November 2015

Hallo Herr Engel,

ich bin gar nicht so sicher, ob nur diejenigen Bewerber Erfolg haben, die gute Noten oder einen glatten Lebenslauf vorweisen können. Gerade in unserer Branche zählen Kreativität, Biss und Praxis. Ich selber beurteile einschlägige Praktika oder freie Mitarbeit höher als gute Noten. Ein Mensch mit Brüchen im Lebenslauf kann sehr sympathisch und inspirierend sein.
Jedoch habe ich Verständnis dafür, dass sich Konzerne, die tausende von Bewerbungen prüfen müssen, an bestimmten Kriterien orientieren. Ansonsten wäre es wohl uferlos.

Anonymous User 16. November 2015

Gehört zu gutem Content Marketing nicht auch, einen Text vor Veröffentlichung zu redigieren oder die Schreibweise seines eigenen Nachnamens zu kennen? ...Mayer, Meyer, Maier, Meier uvm.

Anonymous User 16. November 2015

Hier wird über ein Berufsfeld gesprochen, dass es erst im Entstehen ist und für das es keinen etablierten Ausbildungsweg gibt. So etwas ist nicht ungewöhnlich - bei der Dynamik der Branche wird so etwas bald eher die Regel als die Ausnahme sein. Es gibt eine gewisse Tendenz bei manchen Personal-Abteilungen, das man von Neueinsteigern immer mehr erwartet - viele Agentur-Geschäftsführer haben mir versichert, dass sie heute als Neuling in ihrer eigenen Agentur keine Chance hätten, da sie damals keinen glatten Lebenslauf, gute Noten oder Hochschulabschlüsse hatten. Werbung war schon immer ein Berufsfeld für Quereinsteiger. Umso wichtiger ist es, kontinuierlich die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden und sie dabei zu unterstützen, ihre Kompetenz und Erfahrung über den Tellerrand des derzeitigen Jobs hinaus zu erweitern.

Anonymous User 13. November 2015

Hallo J. Stark,

nein, wir haben Ihren Kommentar nicht gelöscht. Ehrlich gesagt haben mich Ihre Worte sehr beschäftigt und ich habe für die Antwort etwas länger gebraucht. Das ist der Grund für die Verzögerung auf unserem Blog.

Ihre Meinung respektiere ich sehr und ich finde es toll, dass Sie sich so für einen Menschen einsetzen.

Vielleicht mögen Sie ja direkt mit mir ins Gespräch kommen. Ich lade Sie ganz herzlich zu einem Austausch ein.

Herzliche Grüße
Petra Meyer

Anonymous User 13. November 2015

Da Fr. Mayer meinen Kommentar auf Ihrer Seite unverzüglich gelöscht hat, möchte ich meine Meinung dazu nun hier noch einmal vortragen:

Vorweg: Ich stimme Frau Mayer absolut zu, dass guter Content auch gutes Geld kosten muss. Das ist unabdingbar. Es gibt hier immer wieder Qualitätsunterschiede und auch unterschiedliche Vorstellungen, aber prinzipiell ist das absolut richtig.

Aber (und jetzt wird es eben sehr kritisch): Der Umgang von Fr. Mayer mit einem Bewerber ist einfach nur mies und herablassend. Als würde der junge Mann diesen Beitrag nicht lesen. Solch einen Umgang mit Bewerbern gehört sich einfach nicht. Selbst wenn sie unpassend, schlecht ausgebildet oder einfach nicht geeignet sind. Na und? Ist das die Form von Respekt, die man den Menschen entgegenbringen muss? Sich über sie in einem Business-Blog auslassen?

Warum schreibe ich das? Ganz einfach: Meiner Meinung nach sollten Kunden genau (!) prüfen, ob sie solch einer Agentur ihr Geld geben wollen. Ich arbeite bereits seit Jahren im Content-Marketing für einen großen Pharma-Konzern. Wir verfolgen seit Anfang an die Politik: Gutes Geld für gute Leistung. Und das merken die Agenturen auch mit denen wir zusammenarbeiten. Wir verlangen viel, bezahlen aber auch richtig gut.

Natürlich steht auch die Agentur von Fr. Mayer immer wieder auf unserem Zettel. Jetzt nicht mehr. Solch ein Verhalten muss man einfach nicht noch belohnen. Dem Bewerber kann man nur alles Gute wünschen und hoffen, dass er jetzt nicht noch "marketing-clever" eingespannt wird, bis sich die Sache beruhigt hat.

Für Fr. Mayer hat sich das auf kurze Sicht definitiv gelohnt: Backlinks von allen Seiten. Auf lange Sicht wird es sich zeigen.

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