KEF knallhart: ZDF muss 300 Stellen einsparen

Die Gebührenkommission KEF beharrt darauf - bis 2016 müssen 75 Millionen Euro eingespart werden. 300 Stellen fallen weg - und im zweiten Programm sind erste Formate bereits gestrichen.

Text: Petra Schwegler

23. Apr. 2012

Das ZDF muss bei seinen festen und freien Mitarbeitern bis 2016 insgesamt 300 Stellen einsparen. Diese Zahl ergebe sich aus der Vorgabe der Gebührenkommission KEF, wonach der Mainzer Sender in den kommenden Jahren 75 Millionen Euro bei den Personalausgaben sparen müsse, sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Damit es nicht nur junge Mitarbeiter treffe, arbeite der Sender unter anderem an einem Frühverrentungsprogramm. Die Einsparungen könnten nicht ohne die Einstellung eigenproduzierter Sendungen realisiert werden, zitiert ihn unter anderem die Nachrichtenagentur "dapd". Auf allen Ebenen müssten Personalkosten eingespart werden, kündigt Bellut an, der den Abbau insgesamt "für machbar" hält. 3600 Mitarbeiter sind in Mainz festangestellt. Der Stellenabbau war vorhersehbar, seit die KEF entdeckt hat, dass das Zweite unter Belluts Vorgänger Markus Schächter offenbar jahrelang verbindliche Sparauflagen missachtet hat. In den vergangenen Jahren wurde wiederholt Personal aufgestockt, obwohl Stellenkürzungen gefordert waren. 

Thomas Bellut hat bei seinem Amtsantritt im März bereits die Einstellung eigenproduzierter Sendungen angekündigt, um die vorgegebenen Einsparungen zu erzielen. So ist die im ZDF ausgestrahlte Ausgabe der Kindernachrichten "Logo!" am Samstag bereits beendet worden. Der Kultur-Talk "Nachtstudio" und der "Blickpunkt" werden demnächst eingestellt. Bis zum Herbst werde es weitere "Begradigungen" geben, sagt Bellut nun – ohne auf Details einzugehen. Der Intendant bekräftigt aber auch, dass keiner der drei ZDF-Digitalkanäle eingestellt werde, ihre Angebote aber ebenfalls im Zuge der anstehenden Priorisierungen durchleuchtet würden. Immerhin will Bellut, der im März bereits eine deutliche Modernisierung des Programms angekündigt hat, das Durchschnittsalter der Zuschauer von derzeit 61 auf 60 Jahre senken.

Eine Spar-Idee dürfte einfach umzusetzen sein: Bellut betont dass er künftig keine Doppelübertragungen bei ARD und ZDF von königlichen Hochzeiten mehr wolle. Von seiner Seite gebe es hierfür ein klares Konzept für ein "Reißverschluss-Prinzip".


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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