Wer brutto am meisten für Werbung ausgibt

Spendabelster Werbungtreibender war im Juli erneut Procter & Gamble, der die Liste der Top-10-Werbungtreibenden deutlich anführt: Rund 462 Millionen Euro, 8,6 Prozent mehr, gab der Konzern aus – und damit doppelt so viel wie der Zweite in den Top 3, Ferrero (227, 6 Millionen). Dahinter folgt L’Oréal mit 193,1 Millionen – der Kosmetikkonzern hat sein werbliches Engagement im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings um 7,5 Prozent reduziert.

Zwei andere in den Top 10 haben dagegen kräftig aufgestockt: Einmal Discounter Lidl, der seit April mit einem Auftritt seiner neuen Agentur BBDO unterwegs ist und fast 40 Prozent mehr investiert hat. Außerdem die Telekom, die 31 Prozent mehr für Werbung ausgegeben hat.

Reduziert haben dagegen Beiersdorf (minus 15,2 Prozent) Media Saturn (minus 15 Prozent) und der dauerkritisierte Autobauer Volkswagen, der 7,6 Prozent weniger ausgab als im Vorjahr.

Die Autobranche hat auch insgesamt bei der Werbung etwas gespart. Rund 991 Millionen Euro, 2,3 Prozent weniger, wurden in diesem Jahr bislang brutto ausgegeben. Damit liegt PKW knapp hinter E-Commerce, die in diesem Jahr insgesamt bisher insgesamt 993,6 Millionen Euro ausgaben, und den Online-Dienstleistern, die bei 841,7 Millionen liegen.

Deutlich tiefer in die Schatulle griffen vor allem zwei umkämpfte Marktsegmente: Der Lebensmitteleinzelhandel legte - vor allem dank Lidl und Edeka -um 32,7 Prozent zu, Mundpflege um 32,3 Prozent. deutlich sparsamer agierten unter den Top 50 diesmal die Haarpflege (minus 15,2 Prozent) und Hotels und Gastronomie, die 14,9 Prozent weniger ausgaben.

Zu beachten gilt bei Bruttozahlen: Unternehmen wie Procter & Gamble haben im großen Stil eigene Systeme für den via Programmatic gesteuerten Einkauf von Werbekontakten aufgebaut – ein Posten, der in klassischen Brutto-Bilanzen nicht mehr erfasst wird. Unter anderem aus diesem Grund dürften die Veränderungen bei digitalen Spendings von Nielsen kaum mehr richtig abgebildet werden. Unklar ist damit auch, wie viel der FMCG-Riese wirklich bei digitalen Spendings einspart, die er öffentlich in Frage gestellt hat


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde