FFA-Bilanz :
Kinohalbjahr 2016: Mehr Lichtspielhäuser, weniger Umsatz

Elf Prozent weniger Umsatz: Das erste Halbjahr endet mit einem Minus an der Kinokasse. Dabei ist die Zahl der Lichtspielhäuser zum dritten Mal in Folge gestiegen. Dass das vorläufige Ergebnis nicht begeistert, liegt aber auch an dem vergangenen Kinojahr.    

Text: Sebastian Blum

Für die deutschen Kinos endet das erste Halbjahr mit einem Minus.
Für die deutschen Kinos endet das erste Halbjahr mit einem Minus.

Nach den guten Ergebnissen im vergangenen Jahr mussten die deutschen Kinos im ersten Halbjahr 2016 deutliche Einbußen hinnehmen. Die Zahl der Besucher sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 57,5 Millionen, der Umsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf rund 483 Millionen Euro. Das teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) am Freitag in Berlin mit. Der Marktanteil des deutschen Films blieb mit 26,6 Prozent stabil.

Um das aktuelle Minus an der Kinokasse richtig einzuordnen, muss allerdings auch eines erwähnt werden: 2015 war ein Rekordjahr für die deutschen Lichtspielhäuser - die Branche kam damals auf 136 Millionen verkauften Karten und knapp 1,2 Milliarden Euro Umsatz. FFA-Vorstand Peter Dinges erklärte, die Schwankungen seien in einem wirtschaftlich zyklisch verlaufenden Geschäft nicht überraschend. Aus kultureller Sicht sei das erste Halbjahr mit dem Cannes-Teilnehmer "Toni Erdmann" und dem Berlinale-Film "24 Wochen" allerdings sehr erfolgreich gewesen.

Die besucherstärksten Filme zwischen Januar und Juni waren den Angaben zufolge die Animationskomödie "Zoomania" (3,7 Millionen Besucher) und die Fortsetzungs-Saga "Star Wars: Das Erwachen der Macht" (3,4 Mio.). Beliebteste deutsche Produktion wurde "Bibi & Tina - Mädchen gegen Jungs" mit rund 2 Millionen Besuchern. Die Zahl der Kinos erhöhte sich zum dritten Mal in Folge auf jetzt 1640 Spielstätten.

Peter Dinges hat indes noch Hoffnung, dass sich kommende Filmstarts noch positiv auf die Jahresbilanz auswirken: Das Ruder herumreißen könnten nach seiner Sicht vielleicht Fatih Akins Bestseller-Verfilmung "Tschick", Karoline Herfurths Regiedebüt "SMS für Dich" und Wolfgang Petersens "Vier gegen die Bank" mit Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Michael "Bully" Herbig und Jan-Josef Liefers. International könnte der Animationsfilm "Findet Dorie" am Jahresende den Unterschied machen. Der Vorläufer "Findet Nemo" hatte 2003 rund 8,6 Millionen Besucher in die Säle gelockt. (sb/dpa)