Kinos verschärfen nach dem Massaker Kontrollen für "Batman“-Start

UCI-Kinowelt, Cinemaxx und Co: Sie verschärfen nach dem Amoklauf in den USA zum Deutschlandstart von "The Dark Knight Rises“ die Sicherheitsvorkehrungen - bis auf wenige Ausnahmen.

Text: Petra Schwegler

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Nach dem Amoklauf in den USA werden bei der Premiere von „The Dark Knight Rises“ in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Nachrichtenagentur „dpa“ hat bei den großen Kinoketten rundgefragt und meldet nun, dass die Lichtspielhäuser reagieren. Es werde verstärkte Kontrollen beim Einlass und in den Kinosälen geben, zitiert „dpa“ einen Sprecher der Bochumer UCI-Kinowelt, die bundesweit über 20 Kinos betreibt. UCI bitte zudem die Besucher, auf Verkleidungen zu verzichten.  Bundesweiter Kinostart für „The Dark Knight Rises“ ist der kommende Donnerstag, Previews wird es jedoch bereits am Mittwoch geben.  Bei der „Batman“-Premiere in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hat der 24-jährige James Holmes in der Nacht zum Freitag wahllos ins Publikum geschossen. Er wird beschuldigt, zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt zu haben.

Auch Cineplex ist vorgewarnt. „Das Personal wird sensibilisiert und unsere Security-Mitarbeiter werden die Batman-Vorführungen mit erhöhter Aufmerksamkeit begleiten“, sagt Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer von Cineplex Deutschland, in Wuppertal der „dpa“ Es gebe auch Anfragen von Besuchern, die sich um die Sicherheit sorgten. In der Cineplex-Gruppe sind nach Unternehmensangaben mehr als 80 Kinos vertreten. Auch die Kinokette Cinemaxx will demnach ihre Sicherheitskräfte in den Filmtheatern sichtbarer in Erscheinung treten lassen. Sie sollen sichtbarer im Foyer der Kinos auftreten,so ein Cinemaxx-Sprecher. Damit solle den Besuchern ein Sicherheitsgefühl vermittelt werden. Cinemaxx betreibt in Deutschland etwa 30 Kinocenter.

Dagegen plant die Kinogruppe CineStar mit Sitz in Lübeck keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Da es bislang noch keine weitergehenden Informationen zu den Hintergründen der Tat gebe, sehe das Unternehmen keinen Anlass dafür, sagt Unternehmenslenker Oliver Fock der Nachrichtenagentur.  Aber Kontrollen gibt es dennoch:  Unabhängig davon gebe es in den größeren Häusern der CineStar-Gruppe bereits Sicherheitsmaßnahmen. CineStar will die Sicherheitsmaßnahmen zum Filmstart „konkret überdenken“, sollten die  weiteren Untersuchungen des US-Falls zu entsprechenden Erkenntnissen führen. Die CineStar-Gruppe, die zum australischen Unterhaltungskonzern Amalgamated Holdings Limited gehört, betreibt bundesweit 71 Kinos mit knapp 500 Leinwänden.

Das Filmstudio Warner Bros. muss um seine Einnahmen unterdessen nicht fürchten: Ungeachtet des Amoklaufs legt der Film selbst in an seinem ersten Wochenende den drittbesten Start der US-Kinogeschichte hin. In den USA und Kanada hat der „Batman“-Film nach Angaben der „Los Angeles Times“ umgerechnet 130 Millionen Euro eingespielt -  etwas mehr als der letzte „Batman“-Film vor vier Jahren. Dabei bleibt das Ergebnis sogar noch hinter den Erwartungen zurück: Viele hatten mit bis zu 160 Millionen Euro gerechnet.

dpa/ps


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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