Komplettumbau beim Alsterradio in Hamburg

"Alsterradio - Wir lieben Hamburg!“ heißt der neue Claim des Hamburger Privatsenders. Er wird ab Ende Juli auf Formatradio verzichten – und spannt einen Hamburger Promi als Station-Voice ein. Indes muss ein Senderchef weichen...

Text: Petra Schwegler

Alles neu macht zum 30. Juli die Hamburger Privatwelle Alsterradio – bisher Alster Radio 106!8. Das Team um  Senderchef Christopher Franzen kündigt ein komplett überarbeitetes Sendekonzept an: „Neben der neuen Musikpositionierung ‚Wir spielen was Sie wollen‘, werden die Themen der Metropolregion Hamburg zukünftig einen größeren Raum bei Alsterradio einnehmen“, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Über allem thront der neue Claim des Senders: „Alsterradio - Wir lieben Hamburg!“. Der Zusatz „Rock’n Pop“ verschwindet ebenso wie die Musikpositionierung selbst.

Neu sind unter anderem die Frühsendung „LaLo & Co. - Die Alsterradio Frühstücksshow“ mit dem bisherigen Tagesmoderator Lars „LaLo“ Lorenz als neuem Morning-Man, die Station-Voice mit dem bekannten Hamburger Schauspieler und Heinz-Erhardt-Enkel Marek Erhardt, der von Hörern bestimmte Musikmix frei vom Format-Korsett, das Logo und der Internetauftritt von Alsterradio, der ab Ende Juli eine vereinfachte Navigation sowie einen schnelleren Zugriff auf senderrelevante Inhalte bieten soll. Sendungsübergreifend wird aus dem neu geschaffenen „Alsterradio Verkehrszentrum“ über die Situation auf Hamburgs Straßen und Autobahnen berichtet. Auch das Nachrichtenkonzept kommt neu überarbeitet daher: Im neuen „Alsterradio Top-Thema“ wird der Hörer über das wichtigste Thema des Tages informiert.

So sieht der neue Tagesablauf der Nummer zwei im Hamburger Radiomarkt nach der Primetime am Morgen aus: Um 10 Uhr übernimmt Maren Bockholdt „Die Alsterradio Tagesshow“. Die Sendung soll viel Hörerinteraktion bieten - mit Themen, die die Stadt bewegen, im Fokus. Um 15 Uhr gehen Pascal Schwenker und Alex Schmidt auf Sendung. In „Schwenker & Schmidt - Die Alsterradio Nachmittagsshow“ unterhalten und informieren die beiden Moderatoren, die auch Arena-Sprecher der Hamburg Freezers sind, die Stadt. Samstag und Sonntag stehen unter dem Motto: Das „Alsterradio Wochenende“ mit  Vor-Ort-Reportagen, Sport und der „Alsterradio Sofa-Tour“ durchs Sendegebiet .

Interessant: Der bisherige Senderchef Uwe Schneider ist es noch, der verspricht, dass Alsterradio der Sender sein werde, der das „Hamburg-Gefühl“ jeden Tag neu präsentiere und für seine Hörer lebe. Schneider, der seinen langjährigen Vorgänger Ulrich Bunsmann Anfang des Jahres abgelöst hat, wollte dem Alsterradio mit der umfassenden Reform seinen Stempel aufdrücken. Bitter: Den Relaunch erlebt der 48-Jähige gar nicht mehr mit. Gesellschaftervertreter Franzen: „Wir konnten uns mit Uwe Schneider nicht über die weitere strategische Ausrichtung von Alster Radio 106!8 einigen und haben uns daher im gegenseitigen Einvernehmen getrennt."

Zwar hat der Sender bei der aktuellen Radio-MA vor einer Woche seine Reichweite gegenüber der Frühjahrs-Ausweisung um mehr als ein Drittel auf 67.000 Durchschnittsstundenhörer ausgebaut. Doch Platzhirsch Radio Hamburg ist weit enteilt: Er zählt 233.000 Hörer ab 10 Jahren pro beworbener Stunde.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.