Komplettumbau: Wie sich Ringier fit für die Zukunft macht

Die Konzernspitze von Ringier wird von CEO Marc Walder mit neuen Mitgliedern aufgefrischt. Im Zuge des Umbaus des Schweizer Medienkonzerns muss der deutsche Entertainment-Chef Stefan Kastenmüller schon wieder gehen...

Text: Petra Schwegler

28. Jun. 2012

Ringier wird komplett umgebaut – und der neue CEO Marc Walder drückt dem Unternehmen seinen Stempel auf: Die Konzernleitung wird neu besetzt, die Konzernstruktur komplett verändert und "Digital" dem Kerngeschäft zugeordnet. Die neuen Konzernmitglieder rund um Walder: Annabella Bassler übernimmt die Funktion des Chief Financial Officer (CFO), Michael Voss jene des Chief Operation Officer COO, Florian Fels ist CEO Ringier Eastern Europe und Thomas Kaiser Chief Digital Officer CDO. Wie Ringier am Donnerstag mitteilt, hat der Verwaltungsrat die neue Konzernleitung bestätigt und die schlankere, der Strategie angepasste Organisation festgelegt. Die Neuorganisation tritt ab sofort in Kraft.

So werden die Aktivitäten des traditionellen Kerngeschäftes Zeitungen, Zeitschriften und Druckereien inklusive ihrer digitalen Medienmarken wie etwa Ringier Print Adligenswil, die Beteiligungen an Swissprinters, Betty Bossi, "Le Temps" und die Aktivitäten in China und Vietnam in der Unternehmenseinheit "Ringier Publishing" gebündelt. CEO Marc Walder führt diesen Bereich selbst. Zeitschriften-Deutschschweiz-Chef Urs Heller ist sein Stellvertreter.

Bitter: Ein weiterer deutscher Manager fällt dem Umbau zum Opfer. Stefan Kastenmüller verlässt aufgrund der Reorganisation das Unternehmen „im gegenseitigen Einvernehmen“. Sein bisheriger Bereich "Ringier Entertainment" (Ticketcorner, InfrontRingier, Good News, Starclick) wird von Michael Voss zusätzlich zu seiner Tätigkeit als COO der Ringier geführt. Marc Walder: "Stefan Kastenmüller hat die Entertainment-Strategie von Ringier Schweiz weiter vorangetrieben. Dafür danken wir ihm." Der frühere Pay-TV-Manager Kastenmüller hat erst im Juli 2011 nach nur zwei Jahren seinen Posten als Chef der UFA-Tochter Brand Communication an den Nagel gehängt und im September bei den Eidgenossen angeheuert.

Anfang Mai fiel bereits Finanzchef Tobias Schulz-Isenbeck der Reorganisation zum Opfer, die seit dem CEO-Wechsel im April dieses Jahres vollzogen wir. Schulz-Isenbeck war zuvor Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt (Düsseldorf). Vor einigen Wochen hat auch Matthias Graf, 43, Leiter der Konzernkommunikation und Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Ringier AG, seinen Hut nehmen müssen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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