Lead Awards 2016 :
Lead Academy nominiert "Zeit", Grabarz & Partner und "Taz"

Sie gehören zu den Favoriten 2016. Wer einen Lead Award bekommt, wird am 10. Oktober bekanntgegeben.

Text: Manuela Pauker

"Vice" (l.) und "Spex" haben Chancen auf den Titel Leadmagazin des Jahres.
"Vice" (l.) und "Spex" haben Chancen auf den Titel Leadmagazin des Jahres.

Wie sehr sich die unsichere Weltlage auf Medien, Werbung und Fotografie auswirkt, zeigt die diesjährige Nominierungsliste der Lead Academy, die jährlich die kreativsten Leistungen im Bereich Bildsprache kürt. Am 10. Oktober ist es wieder soweit. Bis dahin sind ab 26. August alle Preisanwärter, darunter auch die hier abgebildeten Arbeiten, in den Hamburger Deichtorhallen zu besichtigen.

Auffallend in diesem Jahr: Die vielfältigen Krisen, so Lead-Academy-Chef Markus Peichl, prägen "das Storytelling, die Foto- und Themenauswahl, die Haltung und die Grundeinstellung". Die Leichtigkeit, die die Preisträger der Lead Awards noch vor drei bis vier Jahren ausgemacht habe, sei größtenteils gewichen. Stattdessen finde man überall "Sujets und Herangehensweisen, in denen Bedeutung und Schwere mitschwingt". Bei Magazinen und Zeitungen ist das natürlich zu erwarten. Aber: "Das betrifft selbst Kategorien wie die Modefotografie oder die Werbung."

Wer am Ende die Medaillen holt, ist noch offen. Einige Favoriten kristallisieren sich aber bereits heraus. Etwa die Agenturen Grabarz & Partner, Jung von Matt und Kolle Rebbe mit je drei Nominierungen in der Kategorie Werbung. Anwärter auf den Titel Leadmagazin des Jahres sind "Vice", "SZ-Magazin" und "Spex", auf Newcomer-Medaillen darf unter anderem Gruner + Jahr mit gleich drei Kandidaten ("Barbara", "Stern Crime", "Walden") hoffen. Ein Novum gibt es auch: Als Zeitung des Jahres sind drei Blätter nominiert, die noch nie den Sieg geholt haben: "Taz", "Handelsblatt" und Springers "B.Z." könnten erstmals abräumen. Bei den Zeitungen liegt allerdings die "Zeit" mit sechs Nominierungen vorn, das "Zeit Magazin" mit 14 in der Kategorie Zeitschriften.

Anwärter auf den Titel Creativeleader des Jahres sind die Werber Fabian Frese (Kolle Rebbe) für die Kampagnen von Lufthansa, Netflix, Mercedes, Philharmoniker Hamburg, Dmax, "TV Spielfilm"; Armin Jochum (Thjnk) für die Kampagnen von ARD, Ikea, "Bild", McDonald's, Mercedes, Audi, "Der Spiegel"; Jens Pfau (Jung von Matt) für die Kampagnen von Cinemaxx, Jeudi, Dmax, Konzerthaus Dortmund, Edeka, Bergedorfer Bier, Jüdischer Salon, RWE, Holiday Check.

Der Medienpreis Lead Award wurde von unabhängigen, freischaffenden Publizisten, Fotografen, Designern und Kommunikationsfachleuten gegründet. Die Lead-Awards-Gremien sichten jedes Jahr den kompletten Jahrgang von über 450 deutschen Magazintiteln, den laufenden Werbe- und Kampagnenoutput aller Agenturen, rund 400 Online-Plattformen, Onlinemagazine und Blogs sowie kursorisch alle relevanten deutschen Zeitungen. Sie treffen dabei eine Vorauswahl von circa 1.800 potentiellen Preisträgern, die anschließend einer Jury mit 120 Mitgliedern zur endgültigen Preisentscheidung vorgelegt wird. Bei der Preisverleihung am 10. Oktober 2016 werden die diesjährigen Gold-, Silber- und Bronzemedaillengewinner bekanntgegeben. Ausstellungsbesucher können die gezeigten Fotos und Beiträge bewerten und damit den Publikumspreis vergeben. (mp/sh)

Ein Auswahl der Nominierten hier in der Bildergalerie (einfach auf das Bild klicken).


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde