"Lübecker Nachrichten"/"Ostsee-Zeitung" :
Madsack streicht Stellen in Lübeck und Rostock

Den "Lübecker Nachrichten" und ihrer Tochter "Ostsee-Zeitung" verpasst Mehrheitseigner Madsack ein "Umstrukturierungsprogramm".

Text: Petra Schwegler

"Umstrukturierung bei den "Lübecker Nachrichten" und der Tochter "Ostsee-Zeitung".
"Umstrukturierung bei den "Lübecker Nachrichten" und der Tochter "Ostsee-Zeitung".

Bei den "Lübecker Nachrichten" und der in Rostock erscheinenden "Ostsee-Zeitung" sollen 37 Stellen gestrichen werden. Grund sei ein Umstrukturierungsprogramm, das beide Zeitungen trotz sinkender Auflagen und rückläufiger Werbeerlöse zukunftsfähig machen solle, sagte die Geschäftsführerin beider Zeitungen, Stefanie Hauer. Betroffen seien Standardprozesse, die künftig von zentralen Einheiten übernommen werden sollen, so die Madsack-Managerin.

Einem Teil der Betroffenen sollen neue Arbeitsplätze in den Verlagsunternehmen oder der Madsack-Mediengruppe angeboten werden. Für 37 Mitarbeiter gebe es jedoch noch keine Perspektive, sagte Hauer. Für sie soll gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Lösungen gesucht werden.

Die "Lübecker Nachrichten" und ihre 100-prozentige Tochter "Ostsee-Zeitung" gehören seit 2009 zur Madsack-Gruppe, erst in diesem Jahr wurde der Anteil aufgestockt. Beim Konzern wurde in den vergangenen Jahren massiv umstrukturiert und unter anderem die überregionale Berichterstattung in Hannover gebündelt. Stellen in Redaktionen wurden wiederholt abgebaut.

Der Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und die Gewerkschaft Verdi kritisierten den geplanten Stellenabbau umgehend. Mit Entlassungen und Tarifflucht mache man Zeitungen nicht besser, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann. Beide Zeitungen zusammen hätten zuletzt ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet, so der Gewerkschafter.