Mafo.de-Ranking Uni-Städte: Was ist nur mit Kaiserslautern los?

Gaudeamus igitur iuvenes dum sumus – das Studentenleben kann auch heute noch schön sein, ohne Zweifel. Doch: Wo studiert es sich in Deutschland am besten? Welche der klassischen Universitätsstädte hat den besten Ruf? Exklusiv für W&V Online hat das Hamburger Marktforschungsinsitut Mafo.de 15 Universitätsstädte auf Markenstärke und Positionierung getestet.

Text: Florian Allgayer

23. Mar. 2012

Gaudeamus igitur iuvenes dum sumus – das Studentenleben kann auch heute noch schön sein, ohne Zweifel. Doch: Wo studiert es sich in Deutschland am besten? Welche der klassischen Universitätsstädte hat den besten Ruf? Exklusiv für W&V Online hat das Hamburger Marktforschungsinsitut Mafo.de 15 Universitätsstädte auf Markenstärke und Positionierung getestet. Neben den den üblichen Kriterien wurden auch Lebenshaltungskosten und Studienbedingungen abgefragt.

Bitter für das pfälzische Kaiserslautern: Nicht nur in der Fußball-Bundesliga liegt die Stadt fast hoffnungslos abgeschlagen auf dem letzten Platz, sondern auch im Mafo.de-Ranking. Nur eine Autostunde entfernt: der klare Sieger Heidelberg. Als besonderen Service für die Leser von W&V Online stellt Mafo.de die Scorecard der malerischen Stadt am Neckar kostenlos als PDF-Download zur Verfügung.

Platz 1: Heidelberg. Die traditionsreiche Universitätsstadt stellt sowohl bei Bekanntheit als auch Einzigartigkeit und Image alle anderen Wettbewerber in den Schatten – hier finden die Studenten aus Sicht der Befragten die besten Studienbedingungen vor. Außerdem wirkt Heidelberg über die Maßen attraktiv, ehrlich, natürlich und sympathisch, ohne dabei Dynamik, Innovationskraft oder Modernität missen zu lassen. Mit Heidelberg verknüpfen die Menschen „optimale Studienbedingungen, eine sehr alte und bekannte Uni und ein vielseitiges Studienangebot“. Die erstklassige Qualität hat ihren Preis, keine Unistadt ist teurer in der Lebenshaltung.

Platz 2: Würzburg. Die Stadt aus Unterfranken blickt auf eine lange Tradition als Universitätsstadt zurück und wirkt so sympathisch wie kaum eine andere. Würzburg könnte hinsichtlich Differenzierungsstärke noch zulegen, offenbart aber darüber hinaus keine einzige Schwäche. Die Studienbedingungen sind aus Sicht der Befragten gut, und das bei bezahlbaren Kosten für die Lebenshaltung.

Platz 3: Münster. Die klassische Universitätsstadt aus Westfalen bewegt sich in den Hauptkategorien Bekanntheit, Einzigartigkeit und Image stets in den oberen Regionen und entlockt den Befragten Beschreibungen wie „idyllische, schöne Studentenstadt, guter Ruf, jung und beliebt“. Die einzige Image-Delle rührt von den saftigen Lebenshaltungskosten her.

Platz 4: Jena, Göttingen, Marburg, Trier, Tübingen. In Jena können sich Studierwillige über angenehme Studienbedingungen und moderate Lebenshaltungskosten freuen, doch fehlt es an Attraktivität und Sympathie.
Göttingen wirkt zwar sympathischer, aber dennoch nicht attraktiver als Jena, was sich unter anderem durch die nicht ganz so guten Studienbedingungen und merklich höheren Kosten erklärt. Die Image-Nachteile kann Göttingen jedoch durch mehr Einzigartigkeit und höhere Bekanntheit kompensieren.
Marburg trumpft ganz groß bei Sympathie auf und verheißt in diesem Quintett die besten Studienbedingungen, die dem Geldbeutel allerdings einiges abverlangen. Auch Mankos bei Dynamik, Modernität und Bekanntheit verhindern eine noch bessere Position.
Trier bietet aus Verbrauchersicht zwar nicht so gute Studienbedingungen wie Marburg, ist aber günstiger. Das Image der mutmaßlich ältesten Stadt Deutschlands ist ansonsten ähnlich strukturiert wie dasjenige Marburgs.
Die Eberhard-Karls-Universität beschert Tübingen blendende Traditionswerte, die nur von Heidelberg getoppt werden. Darüber hinaus ist Tübingen eine bekannte und einzigartige Unistadt, die attraktiv und ehrlich wirkt. Ein Wermutstropfen sind jedoch auch hier die hohen Preise.

Platz 9: Erlangen, Greifswald, Regensburg. Die guten Werte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bei Ehrlichkeit und Tradition werden durch mäßige Zensuren in den Bereichen Dynamik und Modernität egalisiert. Den guten Studienbedingungen steht überdies ein zu kostspieliges Studentenleben gegenüber, das den Weg im Mafo.de-Ranking nach oben verbaut.
Greifswald klotzt mit vorzüglichen Image-Werten und kleckert jedoch bei Bekanntheit und Einzigartigkeit – die vorpommersche Hansestadt mit bereits 1456 gegründeter Hochschule erscheint als überaus natürliche, sympathische und unkomplizierte Unistadt, die ziemlich gute Studienbedingungen bei gleichzeitig sehr günstigen Lebenshaltungskosten bietet.
Obwohl Regensburg stärker als Greifswald von den Befragten als relevante und in Deutschland führende Unistadt eingestuft wird, können die Ostbayern insgesamt nicht mit dem Image des ostdeutschen Rivalen mithalten. Der gleich hohe Mafoscore beruht nur auf der höheren Bekanntheit und Differenzierungsstärke Regensburgs.

Platz 12: Darmstadt, Mainz. In Darmstadt kommen die Studenten aus Befragtensicht in den Genuss guter Studienbedingungen. Die 1997 als „Wissenschaftsstadt“ titulierte Uni zeigt sich aber sonst in keiner Kategorie ganz vorne und hat mit Abgrenzungs- und Image-Problemen zu kämpfen.
Mainz wirkt insgesamt homogener als Darmstadt, was zwar mit höherer Einzigartigkeit und Relevanz, aber eben auch schlechteren Werten hinsichtlich Studienbedingungen und Lebenshaltungskosten einhergeht. Interessant: Selbst beim Thema Unistadt fällt vielen Menschen zu Mainz die Fastnacht ein.

Platz 14: Gießen. Die Justus-Liebig-Universität weist starke Defizite bei Bekanntheitsgrad, Differenzierungsstärke und Image auf. Wirkt die zweitgrößte hessische Hochschule noch recht ehrlich und natürlich, kommt Gießen als Lieblingsstadt so wenig wie keine andere im Feld in Betracht.

Platz 15: Kaiserslautern. Kaiserslautern kann gerade bei den Studienbedingungen nicht mithalten und kassiert in dieser Kategorie wie auch bei Einzigartigkeit den letzten Platz. Es hilft auch nichts, dass die Lebenshaltungskosten in Kaiserslautern günstiger als etwa in Göttingen, Tübingen und vor allem Heidelberg sind. Nur eine Minderheit denkt letztlich, dass die Stadt aus der Pfalz in Deutschland führend oder besser als andere Universitätsstädte ist.

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