Matthäus-Manager Wim Vogel:"Wir haben schon einige Werbeverträge ausgeschlagen"

Seit zwei Wochen sendet Vox die Personality-Doku "Lothar immer am Ball". W&V Online sprach mit Matthäus-Manager Wim Vogel über weitere Perspektiven in der Vermarktung und welchen Markenkern der Ex-Fußballstar transportiert. Wird Loddar als Marke ausgebaut? 

Text: Anja Janotta

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Seit zwei Wochen sendet Vox die Personality-Doku "Lothar immer am Ball". W&V Online sprach mit Matthäus-Manager Wim Vogel über weitere Perspektiven in der Vermarktung und welchen Markenkern der Ex-Fußballstar transportiert: Wird Loddar als Marke ausgebaut? Welche Werbepartner sind vorstellbar?

W&V: Wie zufrieden sind Sie mit der Doku-Soap auf Vox "Lothar immer am Ball"?

Wim Vogel: Wir sind natürlich nicht ganz so glücklich über die Art und Weise der Berichterstattung, wie sie im Rahmen der Personality-Doku in manchen Medien stattgefunden hat. Grundsätzlich soll die Doku dem Zuschauer die Möglichkeit bieten, die Person Lothar Matthäus authentisch kennenzulernen, so dass sich jeder unbeeinflusst von der oft negativen medialen Berichterstattung sein eigenes Bild machen kann. Aber natürlich kann man erst nach der Ausstrahlung aller sechs Folgen alles genauer beurteilen. Der Ausstrahlungstermin bei Vox lag bislang ja auch nicht so glücklich. Wir mussten gegen die EM-Quoten ankämpfen: Das Elfmeterschießen England gegen Italien hat sicherlich viele Zuschauer gebunden und die Woche drauf auch die Berichterstattung nach dem Finale. So gesehen ist ein Spitzenwert von 8,2 Prozent Marktanteil schon nicht so schlecht.
 
Lothar Matthäus bringt sich ja so wieder zurück ins Gespräch. Ist er jetzt wieder eine vermarktbarere Marke?

Ich habe es nie anders gesehen. Er ist immer durchgängig eine Marke gewesen.
 
Die Geissens oder Daniela Katzenberger haben ja auch von der neuen TV-Popularität profitiert. Ist Matthäus jetzt ein gefragterer Werbestar?

Sie können Lothar Matthäus nicht mit den Geissens oder Frau Katzenberger vergleichen. Er hat eine ganz andere Historie, war bzw. ist ein bekannter Nationalspieler, ein Weltsportler. Er ist kein Kunstprodukt, den ein Sender nach oben gehoben hat, sondern er hat sich seinen Status hart erarbeitet. Leider wird er von den Boulevardmedien auf ein sehr einseitiges Bild reduziert. Im Herbst wird Lothars Buch "Ganz oder gar nicht" erscheinen. Wir denken, dass dies ein weiterer Beitrag dazu ist, Lothar Matthäus besser kennenzulernen. Was korrigierend bei den Blättern wirken wird, die sich jetzt auf ihn eingeschossen haben.
 
Haben Sie konkret mehr Angebote für Werbeverträge erhalten?

Man muss sehen, wie sich das nach der Vox-Sendung perspektivisch entwickelt. Derzeit arbeitet Matthäus für keinen Werbepartner. Aber wir haben schon einige Werbeverträge ausgeschlagen, denn das Produkt muss passen. Produkte, die sich nicht mit Sport oder der Persönlichkeit von Lothar Matthäus vertragen, gehen nicht. Und ich muss betonen: Lothars primäre Tätigkeit ist das Fußballfeld, nicht die Werbung. Hier suchen wir als erstes nach einer neuen Aufgabe.
 
Bleiben wir dennoch bei der Werbung. Was sehen Sie als den Markenkern ihres Mandanten?

Natürlich hat Lothar Matthäus eine polarisierende Außenwirkung, er ist nicht Everybody’s Darling. Aber genau das hat für potenzielle Partner ja auch Vorteile. Lothar steht für Erfolg, Ehrlichkeit, Offenheit, Direktheit und Geradlinigkeit. Das sind Werte, mit denen sich arbeiten lässt und auf die man aufbauen kann.


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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