Mediensplitter: Was sonst noch in der Branche passiert

"Zeit" tut Gutes, Kachelmann und Schwarzer liegen sich immer noch in den Haaren und die Deutsche Bahn will Journalisten erziehen: Was sonst noch in der Branche passiert ist.

Text: Petra Schwegler

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"Zeit"-Verlag. Kauft nun die Titelrechte und die Abonnements der ehemaligen katholischen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur". Der Kauf sei zu einem symbolischen Preis erfolgt, bestätigt "Zeit"-Sprecherin Silvie Rundel dem epd. Der "Rheinische Merkur" war Ende 2010 aus finanziellen Gründen eingestellt worden. Seitdem produziert die katholische Kirche die sechsseitige Beilage "Christ & Welt", die einer Teilauflage der "Zeit" beigelegt wird. Mit der Übernahme der Titelrechte durch die "Zeit" und ihren Chef Rainer Esser wird die bestehende Kooperation nun gefestigt.

Jörg Kachelmann. Der Schweizer erwirkt laut "Spiegel" eine einstweilige Verfügung gegen Alice Schwarzer. Hintergrund: Schwarzers Zeitschrift "Emma" hat "einvernehmlicher Sex" und "Unschuldsvermutung" als Unwörter des Jahres vorgeschlagen. Dabei hat Schwarzer, die während des Prozesses gegen Kachelmann den Fall für "Bild" seziert hat, unter anderem von der Moderatorin Claudia D. geschrieben, deren "Vergewaltiger nie verurteilt wurde". Das Landgericht Köln sieht darin nun eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte Kachelmanns.

Deutsche Bahn. Schafft den 50-prozentigen Rabatt für Journalisten beim Kauf einer Bahncard 50 ab. Die 2004 eingeführte Vergünstigung werde am 15. April gestrichen, sagt ein Bahnsprecher der Nachrichtenagentur "dpa". Das Unternehmen sei zu der Überzeugung gelangt, "dass dieser Journalistenrabatt nicht mehr zeitgemäß ist", heißt es in einem Rundschreiben an die Besitzer der rabattierten Bahncard. Bislang erhalten Journalisten mit offiziellem Presseausweis die Bahncard 50 für 122 Euro statt regulär 240 Euro. Die Karte berechtigt dazu, Fahrscheine zum halben Preis zu kaufen. Rabatte für Journalisten stehen in der Kritik, weil dadurch die Unabhängigkeit der Berichterstattung über die Unternehmen, die die Preisnachlässe gewähren, infrage gestellt wird.

Media Control. Wertet aus, dass nicht nur erwachsene Zuschauer, sondern auch zahlreiche Kinder sich als große Anhänger des Boxsports erweisen. So verfolgten am Samstagabend über 280.000 Drei- bis 13-Jährige den Sieg Wladimir Klitschkos gegen Herausforderer Jean-Marc Mormeck. Die RTL-Übertragung erreichte in dieser Altersgruppe ab 23.15 Uhr rund 48,1 Prozent Marktanteil. Fast jedes zweite Kind, das zu dieser Zeit fernsah, entschied sich somit für den Kampf – so Media Control.

"Tatort". Es ist eine Stuttgarter Ausgabe, die am Sonntag den Tagessieg für die ARD einfährt. Den SWR-"Tatort - Scherbenhaufen" – der zehnte Fall der Kommissare Lannert und Bootz - haben 9,59 Millionen Zuschauer gesehen. Der Krimi ist die meistgesehene Sendung des Tages im deutschen Fernsehen. Die Zuschauerzahl entspricht beim Gesamtpublikum ab drei Jahren einem Marktanteil von 25,7 Prozent. Bei den Zuschauern unter 49 Jahren liegt der Marktanteil bei 20,4 Prozent. Solche Zahlen erreichen sonst nur die Ermittler aus Münster...

ZDF. Freut sich mit dem Biathlon-Erfolg der deutschen Frauen. Durchschnittlich 6,58 Millionen Fernsehzuschauer haben am Sonntagnachmittag den Silbermedaillen-Erfolg von Magdalena Neuner in der Verfolgung gesehen und für einen Marktanteil von 32,8 Prozent gesorgt. Das Rennen ergibt nach Angaben des Zweiten den bisher besten Wert für eine Biathlon-Übertragung außerhalb der Olympischen Spiele. Das ZDF hat mit seinen Sendungen aus Ruhpolding einen Durchschnittswert von 4,57 Millionen Zuschauern erreicht. Von Dienstag an übernimmt die ARD die Berichterstattung.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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