Mediensplitter: Was sonst noch in der Branche passiert

EinsPlus kauft für den Relaunch Grimme-Gekröntes ein, ZDF philosophiert lieber mit Richard David Precht und die Telekom verscherzt es sich mit den Privatsendern: Was sonst noch in der Medienbranche passiert ist.

Text: Petra Schwegler

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EinsPlus. Der ARD-Digitalsender macht ernst mit der Verjüngung und startet zum 30. April mit junger Primetime und damit täglich vier Stunden jungem Programm - montags bis sonntags von 20.15 bis 0.30 Uhr. Zum Auftakt hat sich der Sender die eben mit dem Grimme-Preis 2012 ausgezeichnete Medien-Satire "Walulis sieht fern" gesichert, die bislang bei Tele 5 zu sehen ist - und produziert neue Folgen der "vergnüglichsten Entdeckung des TV-Jahres". Weitere neue Sendungen sind in Arbeit und starten im Laufe des Jahres, darunter das Reiseformat "Auf drei Sofas durch ..." mit Thomas Niemietz und das Wissensmagazin "braintuning". Außerdem bündelt der neue Abend in EinsPlus auch andere junge Sendungen aus dem eigenen Programm, dem SWR Fernsehen und der ARD.

Inspiring Network. Der Verlag hinter den Magazinen "Emotion" und "Hohe Luft" holt Anke Rippert in die Geschäftsführung. Ab sofort verantwortet die 39-Jährige als Geschäftsführerin die Unternehmensbereiche Nebengeschäft (Event, Coaching, Online) und PR. Rippert ist zuvor Prokuristin und Geschäftsleiterin dieser Bereiche gewesen. Gemeinsam mit der geschäftsführenden Gesellschafterin Katarzyna Mol-Wolf leitet Rippert künftig auch den neuen Corporate Publishing-Bereich des Hamburger Verlags.

ZDF. Beendet das "Philosophische Quartett" mit den namhaften Moderatoren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit der 63. Ausgabe am Sonntag, 13. Mai nach zehn Jahren unter dem Thema "Die Kunst des Aufhörens". Das Format läuft seit 2002 an sechs Sonntagabenden im Jahr nach 23.30 Uhr und lädt jeweils zwei Gesprächspartner ein, mit denen die beiden Moderatoren Grundsatzfragen unserer Gesellschaft diskutieren. Das Zweite will im Herbst ein neues Format mit dem Philosophen und Publizisten Richard David Precht starten, "das sich formal und inhaltlich vom Philosophischen Quartett unterscheiden wird", heißt es. Die Konzeption werde nun entwickelt.

Telekom. Wird wegen ihrer Ende vergangener Woche bekannt gewordener Pläne, für alle Rechte an der Fußball-Bundesliga bieten zu wollen, heftig kritisiert. Jetzt melden sich Privatfunker im Verband APR zu Wort. Sie monieren: "Der Meinungsvielfalt willen soll niemand wesentliche Teile der technischen Infrastruktur kontrollieren und gleichzeitig für die Inhalte verantwortlich sein, die hierüber transportiert werden. Eine solche Zusammenballung von technischer, ökonomischer und publizistischer Macht ist für die Meinungsvielfalt potentiell schädlich", appelliert der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR), Felix Kovac, an Medienpolitik und DFL.

Alfred Neven DuMont. mahnt die Branche zu Qualität gemahnt. Bei aller nötigen Konzentration auf die Wirtschaftlichkeit dürfe der publizistische Auftrag nicht zu kurz kommen, sagte Neven DuMont, der an diesem Donnerstag 85 Jahre alt wird, im Gespräch mit dpa. "Investiert in die Qualität eurer Blätter! Denn Qualität ist das einzige, was letzten Endes zählt", so DuMont wörtlich.

Oliver Welke, Moderator der "heute-show" im ZDF sieht in dem neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck ein deutlich satirisches Potenzial. Man wolle ihn ja nicht gleich zum Start schlechtmachen, aber Gauck sei eitel. Gauck werde ihm und seinem Team noch viel Spaß bringen, so Welke gegenüber dem "Spiegel".

ZDF. Hat einen Verleumdungsprozess verloren. Ex-Rad-Weltmeister Paolo Bettini hatte vor fünf Jahren in Bozen geklagt. In einem TV-Bericht war dem Doppel-Weltmeister unterstellt worden, Doping-Mittel an den überführten Doper und früheren Teamkollegen Patrik Sinkewitz weitergereicht zu haben. Das ZDF hatte sich auf ein Protokoll eines abgehörten Gesprächs berufen. via dpa

Markus Schächter. Der ehemalige ZDF-Intendant soll Chef des Strategie-Komitees beim Rose d'Or Festival in der Schweiz werden. Festivaldirektor Markus Helbling lobt Schächters "Erfahrung und "issen", die für die Weiterentwicklung des Festivals von unschätzbaren Wert seien.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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