Mediensplitter: Was sonst noch in der Branche passiert

"Alle gegen Bild" macht mobil, Kermit macht Schleichwerbung und Olli Kahn macht beim ZDF weiter: Was sonst noch in der Medienbranche passiert ist.

Text: Petra Schwegler

24. Apr. 2012

Alle gegen Bild. Der Ton bei den Gegnern der geplanten bundesweiten Geburtstags-"Bild" an einem Samstag Ende Juni wird immer rauer. Nun rufen die Macher dahinter – Campact – dazu auf, die Aktionäre auf der Springer-Hauptversammlung am Mittwoch direkt mit der schriftlichen Absage zu konfrontieren. Auch via Twitter kann gegen das Gratisexemplar in deutschen Briefkästen rebelliert werden – auf Riesenbildschirmen vor der Springer-Zentrale soll das Ganze sichtbar gemacht werden.

ZAK. Die zentrale Aufsichtskommission der Medienanstalten verbietet dem privaten Sportwettenanbieter Bwin weitere Werbung im Programm von Sky. Es sei ein "Rechtsverstoß", dass die Münchner Pay-TV-Plattform in der Sendung "Live Fußball: Bundesliga / Samstags-Konferenz" am 28. Januar mehrfach Sponsorhinweise und Splitscreenwerbung für Bwin ausgestrahlt und damit "gegen das Verbot der Fernsehwerbung für öffentliches Glücksspiel verstoßen" habe. Aktuell wird an einer Lockerung des Glücksspielstaatsvertrags gearbeitet, der Anbietern wir Bwin mehr Freiheiten einräumen sollte. Beanstandet hat die ZAK zudem einen Werbeauftritt von Kermit: Dass er am 20. November 2011, am so genannten "Disney Day" bei ProSieben, in einer An- und Abmoderation deutlich und in werblicher Art, aber ohne Werbekennzeichnung auf den Kinostart des Films "Die Muppets" hingewiesen habe, sei ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht. ProSieben hat den Verstoß bereits eingeräumt.

Euro 2012. Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine wollen ARD und ZDF im engsten Schulterschluss stemmen – so kann man auch dem Vorwurf der Gebührenverschwendung entgegentreten. Die Zusammenarbeit reiche vom gemeinsam genutzten Produktions- und Technikpool bis zu gemeinsamen Reisebuchungen, heißt es auf der gemeinsamen Präsentation in Hamburg. Multimedial sollen neue Maßstäbe gesetzt werden. Die ARD stellt somit Produktion und Ü-Wagen in Polen. Das ZDF liefert den Ukraine-Part – auch dann, wenn gar nicht der eigene Sender mit Übertragen dran ist. Die einzige Steigerung wäre, "dass wir mit ZDF-Kollegen in Doppelzimmern übernachten", scherzt ARD-Teamchef und WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn.

Springer. Soll angeblich 20 Millionen Euro für die Online-Bundesliga-Rechte für bild.de bezahlt haben. "Spiegel" und "Handelsblatt" listen überhaupt auf, was die Partner neben Sky (die München zahlen stolze 485,7 Millionen Euro pro Saison) fortan der DFL überweisen. Demnach kommt die ARD künftig auf insgesamt 420 statt wie bisher 400 Millionen Euro. Auch das ZDF greift laut "Handelsblatt" tiefer in die Tasche - zwischen 88 und 92 Millionen Euro für die Laufzeit von vier Spielzeiten ist dabei die Rede.

"Fidelity". So heißt das neue audiophile Menschen aus dem gleichnamigen Verlag. Der Zweimonats-Titel liegt ab dem 27. April für zwölf Euro bundesweit am Kiosk. Die zum Auftakt 158 Seiten dicke Ausgabe erscheint mit zwei Covern und in einer Auflage von 15.000 Stück. Der Fidelty Verlag verspricht, dass die Redaktion "Spitzentechnik, aber auch fein abgestimmte Komponenten mit gutem Preis-Leistungsverhältnis" vorstellen wird.  

DLM. Die Direktoren der Medienanstalten ringen in ihrer Konferenz um Kompetenzen – und fordern angesichts des Vorhabens von ProSiebenSat.1, die Sat.1-Sendelizenz von Ludwigshafen nach Hamburg zu verlagern, dass nun endlich Belange bundesweiter Sender auch von den übergreifenden Gremien wie der Zulassungskommission ZAK geregelt werden. Auch die Vergabe der Drittsendezeiten bei Sat.1 und RTL sollten "länderübergreifend" geregelt werden. 

AGF. Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung bzw. die GfK misst nun auch die Reichweiten der Abosender 13th Street Universal und Syfy. Ab 1. Mai werden die AGF-Einschaltquoten der Universal-Networks-International-Germany-Kanäle veröffentlicht, die auf Sky verbreitet werden. 

Computec Media. Die Marquard-Media-Tochter Übernimmt zum 1. Mai von der LiveEmotion GmbH die Magazine "XBG Games" und "PlayBlu". "XBG Games" liefert seit 2003 Tests und Reportagen über die Spiele der Microsoft-Konsole Xbox. "PlayBlu" bietet Informatives zu Hard- und Software von PlayStation und Blu-ray. Computec versteht die Zukäufe als "ideale Ergänzung" zu seinen Titeln "play3" (PlayStation-Magazin) und "N-Zone" (Nintendo-Fachmagazin). 

Unitymedia. Baut seine HD-Flotte aus – allein mit fünf hoch aulösenden Sendern der Mediengruppe RTL Deutschland. Zudem erweitern ProSieben Fun HD und ab Mai der neue Turner-Frauensender Glitz HD die HD-Flotte des zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers

ZDF. Der ehemalige National-Torhüter Oliver Kahn wird weiterhin für den Sender als Experte bei Fußball-Übertragungen arbeiten. Das ZDF verlängert den nach der Fußball-Europameisterschaft auslaufenden Vertrag um drei Jahre. Der Keeper wird weiter bei Länderspielen, aber zukünftig auch bei der Champions League im Einsatz sein. Während der EM in Polen und der Ukraine wird Kahn zusammen mit Katrin Müller-Hohenstein von der ZDF-Bühne in Heringsdorf auf Usedom arbeiten.

Sat.1. Kann sich weiter über einen starken Serienmontag freuen und sichert sich diese Woche gar mit 14,2 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe den Staffelbestwert für "Danni Lowinski". Auch "Der letzte Bulle" ist im Vorfeld erfolgreich gewesen: Die Krimi-Serie mit Henning Baum punktet mit 15,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen - stärkstes Programm in der Zeitschiene 20.15 bis 21.15 Uhr. 

ProSieben. Hat zwar nach Quoten schon bessere Zeiten bei seiner Castingshow "Germany's next Topmodel - by Heidi Klum" erlebt. Aber das Live-Finale ist dafür begehrt wie nie zuvor: Alle Tickets sind weg. In der Kölner Lanxess Arena gibt es - Stand Dienstag -  nur noch 15 Plätze. 15.000 Fans sicherten sich innerhalb drei Wochen ihre Plätze für die Live-Show am 7. Juni.

Passion. Der gemeinsame digitale Spartensender der Mediengruppe RTL Deutschland und der UFA Film & TV Produktion goes Social Media: Nicht nur, dass der Abosender ab sofort unter passion.de mit einer neuen Internetpräsenz aufwartet – inklusive Bewegtbild. Zeitgleich startet ab sofort eine eigene Facebook-Präsenz des Senders. Der vom UFA Lab umgesetzte Auftritt bietet ebenfalls Bewegtbild. Zum Start der Facebook-Fanpage können sich die User über ein Gewinnspiel freuen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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