Mediensplitter: Was sonst noch in der Branche passiert

Ströer betet die Sonne an, beim "Spiegel" wird die Optik poliert und für Sylt 1 wird Geld eingesammelt: Was sonst noch in der Medienbranche passiert ist.

Text: Petra Schwegler

31. Jul. 2012

Ströer. Die Außenwerber-Gruppe gibt sich umweltfreundlich: Der Konzern hat eine Solar betriebene Litfaßsäule entwickelt, die unabhängig vom Stromnetz beleuchtet wird. Im Rahmen eines Pilotprojektes läuft der Werbeträger seit Januar  in Frankfurt/Main als Prototyp - und hat Ströer zufolge die „Probezeit“ in den sonnenarmen Monaten erfolgreich bestanden.

Uwe C. Beyer. Der neue Art-Direktor des Nachrichtenmagazins  „Spiegel“ entwickelt derzeit ein Layout-Konzept, das das Magazin optisch verbessern, seine Wiedererkennbarkeit aber nicht gefährden soll. Dem „Journalist" sagt er jetzt: Der „Spiegel“ zeige zu oft Zweckbilder. "Fast jedes Heft hat ein Foto mit Angela Merkel neben Philipp Rösler. Das kann doch keiner mehr sehen." Er wolle aussagekräftige Fotos besser platzieren, Alibifotos rauswerfen. "Das Potenzial ist da. Hier sitzen die besten Bildredakteure und Grafiker Deutschlands, und ich werde ihr erster Lobbyist im Haus."  Vor 16 Jahren hat Beyer schon einmal für den „Spiegel“ gearbeitet – das Antlitz von damals hat sich kaum verändert. Regelmäßig treffe er sich mit Grafikern des Hauses, obwohl sein Job offiziell erst im Oktober beginnt, erklärt er dem Blatt.

Sylt 1. Der erste private TV-Sender auf der Insel steht in den Startlöchern, nachdem eine Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft den „Investor TV Beteiligungsfonds Nr. 2“ aufgelegt hat.  Hinter dem Projekt steht der Kölner Medienunternehmer Axel Link, der mit einer Sylterin verheiratet ist. Die Genehmigungen von Seiten der Landesmedienanstalten Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die erforderlichen Einspeiseverträge in das digitale Kabelnetz liegen laut Link bereits vor, Sylt 1 sei als Marke eingetragen und geschützt. So sieht das Investment bei Sylt 1 aus: Den Zeichnern des zehn Jahre laufenden Genussrechts wird ein fester Zins von zehn Prozent im Jahr und zusätzlich eine Beteiligung am Unternehmenserfolg zugesichert. Dabei wird der Zins in Form von Werbeminuten bezahlt.

IP Deutschland. Der RTL-Vermarkter positioniert sich neu und zeigt sich ab sofort mit einem neuen Markenauftritt, neuer Web-Ansicht und modernisiertem Logo. Für Werbekunden und Agenturvertreter gibt es das Medienmagazin "Fourscreen". Gleichzeitig wird "Fourscreen" die Dachmarke für alle zukünftigen Kommunikationsmaßnahmen. Hinter dem frischen Kommunikationskonzept steht die Kölner Agenturbplusd. Per Mail.

Günter Stampf. Der Gründer und Geschäftsführer der insolventen Hamburger Produktionsfirma Stampfwerk ist am Wochenende im Alter von nur 43 Jahren gestorben. Mit seiner TV-Produktion stand der Österreicher und früherer Chefreporter bei "Bild" und "Bunte“ hinter Reality-Formaten wie "Mitten im Leben" und "Die Schulermittler". Tagespresse.

Oliver Kalkofe. Der Comedian, Schauspieler und Autor leiht dem Berner Sennenhund "Keks" für das neue ZDF tivi-Vorschulprogramm "Löwenzähnchen" seine Stimme.  Keks, bekannt aus der Wissenssendung "Löwenzahn", erkundet in "Löwenzähnchen" alleine seine Umwelt, sobald sein Herrchen Fritz Fuchs (Guido Hammesfahr) den Bauwagen verlassen hat. Mit "Löwenzähnchen" erweitert das Kinder- und Jugendprogramm des ZDF das Portfolio seiner Wissenssendungen für die jüngsten Zuschauer im Alter von drei bis sechs Jahren. Die Reihe wird von der Studio.TV.Film GmbH unter der Regie von Manuela Stacke für das ZDF produziert und ist ab Herbst 2012 beim KiKa zu sehen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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