Offen für alle Publisher :
Mehr Reichweite für Native Ads: "Bild" nutzt Facebook Instant Articles

Springers "Bild" bringt native Kampagnen als Instant Articles auf Facebook. Das könnten auch andere - Facebook lässt nun alle Publisher komplette Artikel ausspielen. 

Text: Petra Schwegler

Die Marke "Bild" nutzt bereits seit vergangenem Jahr Facebook Instant Articles, um dort Inhalte von Bild.de auszuspielen. Jetzt wird die zusätzliche Reichweite besser monetarisiert: Springer bringt native Kampagnen als Instant Articles auf Facebook. "Bild" könne für Native Ads neben der Reichweite von Bild.de nun auch die Social-Media-Reichweite des Auftritts auf Facebook und die Vorteile von Instant Articles für Sponsored Content nutzen, heißt es zum Start am Mittwoch aus Berlin.

Laut Stefan Betzold, Managing Director Digital bei "Bild", können Werbekunden bei Buchung von Native-Advertising-Kampagnen ab sofort über 3,6 Millionen Fans der "Bild"-Facebook-Seiten zusätzlich erreichen. "Für die Brand Stories nutzen wir zudem die Funktion der Instant Articles´, um das Engagement der Nutzer mit dem Sponsored Content noch weiter zu steigern", betont Betzold.

Die erste Kampagne über Instant Article hat Ebay plus gebucht. Dabei werden gekennzeichnete Artikel und die "Branded Content Videos" auf Facebook als Baustein der plattformübergreifenden Native-Advertising-Kampagne fortgesetzt. So sieht die Werbeform in der mobilen Variante aus:

Die Werbefilme werden übrigens durch das neue "Bild Brand Studio" umgesetzt – alles bleibt im Hause Springer. Das Studio wurde im Verlag gegründet, "um die kreativen Möglichkeiten des Native Advertisings über die Reichweite der Medienmarke 'Bild' für die Werbepartner bestmöglich auszuschöpfen", heißt es dazu von Springer.

Überhaupt: Ab sofort können alle Medienhäuser und Verlage komplette Artikel via Facebooks Instant Articles ausspielen. Das soziale Netz hat sich jetzt geöffnet und dies am Dienstag auf seiner F8-Developer-Conference verkündet. "Neben Branchengrößen wie Bild.de oder Spiegel Online erhalten damit jetzt auch kleinere Publisher die Chance, mit relativ geringem Aufwand eine neue Zielgruppe zu erreichen und ihren Content deutlich attraktiver zu gestalten als bisher", ordnet Dienstleister Adobe die Neuerung ein. Denn: Die verkürzten Ladezeiten und das verbesserte Lesererlebnis auf dem Smartphone kommen zweifellos an.

Im nächsten Schritt müsste es für die Medienhäuser darum gehen, ihren Content in den Instant Articles bestmöglich zu monetarisieren. Bild.de macht es bereits vor. Adobe will mit "Adobe Analytics" anderen Medienhäusern jene Daten liefern, die für die Vermarktung vonnöten sind.

Vermarkten via Facebook Instant Articles funktioniert so: Wird die Online-Anzeige durch das netzeigene Werbenetzwerk besorgt, reicht Facebook 70 Prozent der Erlöse an die Publisher weiter. Attraktiver ist die eigenständige Vermarktung: Verkaufen die Partner die Werbung selbst, dürfen sie sämtliche Erlöse behalten. Hier will Adobe ansetzen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.