Presse-Grosso :
Mit Print stirbt der Kiosk

Die Zahl der Kioske, Supermärkte und Bäckereien, in denen Zeitungen und Zeitschriften verkauft werden, sinkt weiter. Die Pressegroßhändler belieferten 2016 noch 108.000 Presseverkaufsstellen - 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Text: Susanne Herrmann

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Vorbildlich arrangiert: Im Pressefachhandel findet sich der Kunde zurecht. Die Zahl der Verkaufsstellen aber sinkt weiter.
Vorbildlich arrangiert: Im Pressefachhandel findet sich der Kunde zurecht. Die Zahl der Verkaufsstellen aber sinkt weiter.

Die Zahl der Kioske, Supermärkte und Bäckereien, in denen Zeitungen und Zeitschriften verkauft werden, sinkt in Deutschland weiter. Die Pressegroßhändler belieferten 2016 noch 108.000 Presseverkaufsstellen, wie der Bundesverband Presse-Grosso mitteilte. Das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr, als noch nahezu 111.000 Händler Printprodukte verkaufen wollten. Trotz der Rückgangs an Verkaufsstellen verfüge Deutschland nach wie vor "über ein sehr käufernahes Verkaufsstellennetz für die Presse", das international als vorbildlich gelte, betonte Claudius Rafflenbeul-Schaub vom Bundesverband.

Die Zahl der reinen Presse-Fachgeschäfte (minus 473) und Kioske (minus 270) ging weiter deutlich zurück - außerdem die Zahl der Bäckereien (-565), die neben Backwaren auch Zeitungen und Zeitschriften verkaufen. Dafür legen die großen Supermärkte zu (um 77 Verkaufsstellen auf nun 4736). Die müssen den Schwund kompensieren: Supermärkte (inklusive kleinere Läden im Lebensmitteleinzelhandel) haben 13,5 Prozent Anteil an den Verkaufsstellen und erlösen 25,4 Prozent des Umsatzes. Die Presse-Fachgeschäfte mit einem Verkaufsstellenanteil von 11,3 Prozent erwirtschaften 22,8 Prozent, während Bäckereien, die mehr als ein Viertel aller Presse-Verkaufsstellen ausmachen, lediglich 7 Prozent zum Umsatz beitragen. 

Große kommen, Kleine gehen

Wie die Einzelhandelsstrukturanalyse 2016 (Ehastra) ausweist, verändere sich der Handel "stetig und mit hoher Dynamik". Neue Shop-Konzepte eröffneten, andere Einzelhändler gäben auf. Die Pressegroßhändler haben analog dazu 2016 durch ihre Akquise-Bemühungen 3502 neue Standorte für Presse erschlossen - und 6.273 Standorte verloren.
Zufrieden ist der Verband Presse-Grosso mit der Präsentation der Zeitungen und Zeitschriften. 34,2 Prozent der presseführenden Einzelhändler verfügen laut Ehastra über ein "Regalsystem mit strukturgebenden Orientierungshilfen" und Beleuchtung, präzise 451 Verkaufsstellen mehr als noch 2015 .
Die Presse-Sortimentsbreite im Einzelhandel sank zum Vorjahr um durchschnittlich 3,9 auf 225,1 Titel. Die rechnerische Maßgröße der Präsentationsfläche je Zeitschrift - der Schuppungsgrad - betrug für diese Einzelhändler durchschnittlich 10,8 Zentimeter (2015: 10,7).
Die Einzelhandelsstrukturanalyse Ehastra wird seit 1970 durchgeführt und seit 1999 vom Bundesverband Presse-Grosso herausgegeben.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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