Na sowas: Nun wirft Wulff auch noch Gottschalk raus

Wenn die ARD am Donnerstag live per Sonderbericht vom Zapfenstreich für Christian Wulff berichtet, muss "Gottschalk Live" weichen.

Text: Petra Schwegler

07. Mar. 2012

Jetzt macht Christian Wulff auch noch Thomas Gottschalk platt – zumindest per Programmplanung. Denn der Große Zapfenstreich zur Verabschiedung von Wulff aus dem Bundespräsidentenamt wird am Donnerstagabend auch von der ARD live übertragen – und zwar in einer Sondersendung von 19.00 bis 19.45 Uhr und damit in der Sendezeit von "Gottschalk Live".

Gottschalk muss für die Sondersendung "Abschied von Bellevue" mit Moderator Ulrich Deppendorf pausieren – darf aber dafür früher ins Wochenende. Weil zuvor ab 17.05 Uhr ein Weltcup-Skispringen übertragen wird, entfällt das übliche ARD-Vorabendprogramm am Donnerstag komplett - und eben auch die Talksendung "Gottschalk Live". Nach Quoten dürfte Wulff aber besser abschneiden als Thomas Gottschalk, der mit vielen Mitteln darum kämpft, das Niveau von um die fünf Prozent Marktanteil deutlich zu steigern. Er witzelt am Mittwoch selbst über seinen verfrühten Start ins Wochenende: "Morgen kriegt Christian Wulff den Zapfen gestrichen und ich deswegen meine Sendung."

Auch die privaten Nachrichtensender N24 und der öffentlich-rechtliche Dokumentationskanal Phoenix wollen am letzten öffentlichen Wulf-Auftritt teilhaben. N24 ist von 18.55 bis 19.45 Uhr live bei der militärischen Zeremonie für Wulff dabei; Phoenix macht den Großen Zapfenstreich von 18.00 bis 20.00 Uhr zum Thema. Wulff tritt nach seiner Kredit- und Medien-Affäre aus "politischen Gründen" zurück. Seine Vorgänger im Amt bleiben dem Zapfenstreich fern, wohl ein Zeichen dafür, dass sie die Kritik der Bevölkerung am Ehrensold für Wulff und seinem Anspruch auf Fahrer, Büro und sonstige Privilegien teilen.

Gegen Christian Wulff ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Vorteilsnahme im Amt; Filmfinanzier David Groenewold steht als vermuteter wiederholter Wohltäter des Ehepaares Wulff ebenfalls auf dem Visier der Ermittler. Von seinem "Präsidentenflüsterer", Sprecher Olaf Glaeseker, hat sich Christian Wulff getrennt; gegen ihn wird wegen Bestechung ermittelt.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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