Nielsen: Globaler Werbemarkt boomt - und Deutschland zieht mit

Die Unternehmen haben weltweit im vergangenen Jahr erheblich mehr in Werbung investiert, so die Erkenntnis der Werbestatistiker von Nielsen. Im deutschen Bruttowerbemarkt hat 2012 gut angefangen...

Text: Florian Allgayer

16. Apr. 2012

Die Unternehmen haben weltweit im vergangenen Jahr erheblich mehr in Werbung investiert, so das Ergebnis des Global AdView Pulse von Nielsen. Demnach steigerte sich das Werbevolumen 2011 gegenüber 2010 um satte 7,3 Prozent. Laut dem Nielsen-Bericht betrugen die Werbeausgaben weltweit im Jahr 2011 498 Milliarden US-Dollar (basierend in erster Linie auf den veröffentlichten Mediadaten und den vier wichtigsten Mediengruppen). Im 4. Quartal 2011 beliefen sie sich auf 131 Milliarden US-Dollar, was einen Anstieg von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum darstellt.

Alle wichtigen Mediengruppen zeigten 2011 positive Trends – und das weltweit. TV und Radio verzeichneten mit 10,1 Prozent beziehungsweise 9,7 Prozent die höchsten Zuwachsraten. Die Ausgaben für TV-Werbung, die insgesamt 65 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen, stiegen in allen Regionen. Auch die Werbeausgaben im Internet, die Außenwerbung und die Kinowerbung legten 2011 im Vergleich zu 2010 zu, wobei vor allem die Internetwerbung 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent anstieg und dabei in fast allen analysierten Märkten Wachstum verzeichnete. Nach Branchen aufgeschlüsselt verzeichneten die Branchen Kleidung & Accessoires sowie Gesundheit mit 17,5 Prozent und 11,2 Prozent die höchsten Zuwachsraten gegenüber 2010.

In den USA sanken zwar die Werbeausgaben im 4. Quartal gegenüber demselben Vorjahreszeitraum, insgesamt aber stiegen die Ausgaben 2011 gegenüber 2010 um 1,8 Prozent an. Auf dem europäischen Werbemarkt schrumpften die Ausgaben 2011 gegenüber 2010 leicht um 0,4 Prozent, wobei viele nordeuropäischen Märkte lediglich marginale Kürzungen sahen, in Südeuropa dagegen fielen die Rückgänge recht drastisch aus: Griechenland -13,1 Prozent, Italien -4,0 Prozent und Spanien -9,7 Prozent.

Die Werbemärkte im Nahen Osten und in Afrika verzeichneten 2011 einen Anstieg um 11,3 Prozent gegenüber 2010. Das Werbevolumen im asiatisch-pazifischen Raum wuchs 2011 um 11,5 Prozent; auch hier waren Kleidung und Accessoires mit 28 Prozent Anstieg der Wachstumsmotor. Auch Südamerika war eine Wachstumsregion für den Werbemarkt: Hier stiegen die Ausgaben 2011 gegenüber 2010 um 11,6 Prozent.

Noch ein Blick nach Deutschland, wo sich laut Nielsen der Bruttowerbemarkt im ersten Quartal des neuen Jahres 2012 sehr erfreulich entwickelt. In den ersten drei Monaten sind die Erlöse um 3,3 Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro gewachsen. Nach einem verhaltenen Start im Januar (0,8 Prozent) trägt vor allem der Februar mit einem Plus von fünf Prozent zum Wachstum bei - bereinigt um den Sondereffekt des 29. Februar bleiben immer noch 4,8 Prozent Plus über. Auch im März liegt der Werbemarkt mit 3,9 Prozent Wachstum deutlich über dem Quartalsschnitt. Besonders wachstumsstark im ersten Quartal: Internet (plus 14,6 Prozent gegenüber Vorjahr), TV (plus 7,7 Prozent) und Radio (plus 6,6 Prozent). Print – egal ob Publikumszeitschriften, Tageszeitungen oder Fachzeitschriften – verliert durch die Bank.


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