Zukunft der Medien :
Noah 15: Medien müssen mehr Mut wagen

Medienunternehmen brauchen mehr Mut. Das forderten die Diskussionsteilnehmer auf der hochkarätig bessetzten Gründerkonferenz Noah in Berlin. Redner wie Arianna Huffington und Mathias Döpfner fordern schnelle Strategiewechsel der Branche.

Medienunternehmen brauchen mehr Mut. Das forderten die Diskussionsteilnehmer auf der hochkarätig bessetzten Gründerkonferenz Noah in Berlin. Nur, wer sich stets als Angreifer und Störer wahrnehme, könne weiter wachsen, sagte beispielsweise Medienunternehmerin Arianna Huffington. "Der Wandel passiert so schnell", sagte die Mitgründerin der Online-Plattform "Huffington Post". Selbst innovative Unternehmen müssten ihre Strategien ständig weiterentwickeln. Bis Ende des Jahres soll es Huffington zufolge 17 nationale Plattformen geben, derzeit sind es 13.

Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner appellierte an die Zuhörer, sich dem Wandel nicht zu verschließen. Der Journalismus der Zukunft habe das Potenzial, "viel intelligenter zu sein". "Die Idee ist nicht, Zeitungen zu erhalten, wie wir sie kennen. Die Idee ist, den Gedanken der Zeitung vom Papier zu emanzipieren." So biete der digitale Journalismus unbegrenzten Platz, erlaube das sofortige Veröffentlichen von Nachrichten, unmittelbare Korrekturen von Fehlern und Interaktion mit den Lesern.

Dabei stünden Medienunternehmen aus Deutschland neue Konkurrenten gegenüber, wie Christian Wegner von ProSiebenSat.1 sagte. "Wir sind nicht nur im Wettbewerb mit starken lokalen Unternehmen, sondern mit weltweiten Konkurrenten wie Google, Apple oder Amazon, die in den Medienmarkt vordringen", sagte der Digital-Vorstand des Unternehmens. Doch auch die globalen Internetriesen seien gegen Wettbewerb nicht immun: Neue Startups drängten etwa in Märkte rund um Reise oder Gesundheit. ProSiebenSat.1 unterstütze Startups unter anderem durch Werbung auf den eigenen Sendern, um sich digitales Talent zu sichern.

Am zweiten Tag der Konferenz am Mittwoch werden Google-Chef Eric Schmidt und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erwartet. Neben Medien- und Internetunternehmen präsentierten auch Banken, Reiseveranstalter und Versicherungen ihre Ansätze für das digitale Geschäft. Die Konferenz findet erstmals in Berlin statt. Mitveranstaltet wird sie von Axel Springer. dpa


1 Kommentar

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Anonymous User 11. Juni 2015

Jetzt hat der Mann fast die ganze Springer-Führungsriege ins Silicon Valley geschickt, aber immer noch nichts verstanden. Die Digitalisierung führt zum Ende des Konzepts "traditionelle" Zeitung d.h. one fits all. Ich denke, Zeitungsverlage wie Springer können den Übergang nicht schaffen, dazu fehlt ihnen einfach die Innovationskraft. Letztlich ist es ein Witz, ihn als Hauptredner einzuladen.

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