Bauer Media :
Nur kein Mindestlohn: Bauer sucht minderjährige Zusteller

Bauer Media hat einen Ausweg aus dem Mindestlohn für Zusteller gefunden: Das Unternehmen hat vielen Austrägern über 18 gekündigt und wirbt verstärkt Minderjährige an.

Text: Lisa Priller-Gebhardt

Der Hamburger Großverlag Bauer schickt seine Zeitschriften nicht wie andere Häuser mit der Post. Für ihn schwärmt zweimal pro Woche ein Heer von 35.000 Zustellern mit Bauer-Zeitschriften - aber auch Infopost und Katalogen - aus. Noch werden die Boten pro Sendung bezahlt, ab Januar dann pro Stunde. 6,38 Euro beträgt der reduzierte Mindestlohn, der für alle über 18 Jahre fällig wird. Zu viel für das Bauer Postal Network (BPN), in dem 300 Partnerunternehmen zusammengefasst sind.

Diese legen nun "Zustellbezirke zusammen und optimieren die Routen, um den Forderungen der Mindestlohn-Einführung gerecht zu werden", wie der Verlag gegenüber W&V argumentiert. Durch diese Zusammenlegung "kann es zu Freisetzungen von Zustellern kommen", räumt Bauer ein. Nach W&V-Informationen sollen bundesweit bis zu 3000 Austräger davon betroffen sein. Das BPN sucht bereits intensiv nach Ersatz - Schüler ab 13 Jahren werden über Facebook und direkt in Schulen angesprochen. Und: Zustellern wurde angeboten, ihre Verträge auf die minderjährigen Kinder umzuschreiben.

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Autor:

Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.