Olympische Spiele in London sind ein Werbe- und Quotenhit

Mit London ist mehr Quote zu machen als mit Peking: Die Olympischen Spiele zahlen sich für ARD und ZDF in Quote und Werbeerlösen aus. Der Rest des Marktes bekommt das sportliche Engagement von Zuschauern und Werbekunden zu spüren...

Text: Thomas Nötting

Die noch bis Sonntagabend laufenden Olympischen Sommerspiele in London übertreffen die Spiele in Peking in Sachen Einschaltquoten und Werbebuchungen deutlich. Dies berichtet W&V in seiner aktuellen Printausgabe (EVT: 09.08.). Bis zum vergangenen Wochenende haben durchschnittlich 3,47 Millionen Zuschauer die Spiele bei ARD und ZDF gesehen - darunter 1,2 Millionen Menschen aus der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren.

Bei dem Sender Eurosport, der ebenfalls Olympia übertragen darf, pendelt die Reichweite an den bisherigen Sendertagen stets um eine Million. Zum Vergleich: In Peking im Jahr 2008, als die Live-Übertragungen in die frühen Morgenstunden fielen, sahen im Schnitt 2,27 Millionen Olympia-Fans zu. Die Quoten-Goldmedaille verdient sich bislang die chinesische Wunderschwimmerin Ye Shiven über 200 Meter Lagen - noch vor dem Goldlauf des Supersprinters Usain Bolt über 100 Meter.

Auch bei der Vermarktung läuft es bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten gut. "Die Werbeblöcke sind nahezu ausgebucht", so Michael Lina, Leiter Sportvermarktung bei ARD Werbung Sales & Services. "Unsere Erwartungen wurden erfüllt", berichtet Christoph Lüken vom ZDF-Werbefernsehen. Für ARD und ZDF ist Olympia ergo ein lohnendes Geschäft. Das belegen auch neutrale Zahlen: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnten beide Sender laut einer Auswertung des Marktforschungsinstituts Ebiquity ihre Brutto-Werbeeinnahmen um deutlich über 40 Prozent steigern.

Dem Rest des TV-Marktes macht hingegen die Regentschaft der Ringe zu schaffen. Laut der vorläufigen Ebiquity-Auswertung ist der Anteil der TV-Werbung im bisherigen Spielezeitraum im Jahresvergleich um neun Prozent gesunken. Auch Radios, Verlage und Online-Anbieter verzeichnen einen Rückgang der Werbeeinnahmen. Ähnlich wie bei der Fußball-EM drosseln große Konsumgüterhersteller wie Henkel oder Unilever ihren Werbedruck während des Sport-Großereignisses.


Autor:

Thomas Nötting
Thomas Nötting

ist Leitender Redakteur bei W&V. Er schreibt vor allem über die Themen Medienwirtschaft, Media und Digitalisierung.