ProSieben :
Petition: Magersucht-Autorin drängt "GNTM" zur Aufklärung

Magersucht-Autorin Laura Pape hat eine Online-Petition aufgesetzt, in der sie "GNTM"-Mutter Heidi Klum und ProSieben auffordert, über die Gefahren von Essstörungen aufzuklären.

Text: Petra Schwegler

Nach Markus Lanz stehen auch Heidi Klum, ProSieben und die Castingshow "Germany’s Next Topmodel" im Mittelpunkt einer bundesweiten Unterschriftenaktion: Die Magersucht-Autorin Laura Pape hat eine Online-Petition bei Change.org aufgesetzt, in der sie die Verantwortlichen von Show und Sender dazu auffordert, über die Gefahren von Essstörungen aufzuklären. Motto: "Aus großer Popularität folgt große Verantwortung!" Die 20-jährige Autorin des Buches "Lebenshungrig" will Klum und ProSieben darin zu mehr Verantwortungsbewusstsein bewegen.

Mit der Petition wolle Pape die Macher zum Umdenken zwingen, heißt es in der Ankündigung ihre Verlages Schwarzkopf & Schwarzkopf. Ihr Ziel: Durch einen Link auf der "GNTM"-Website sollen junge Mädchen auf die Gefahren von Magersucht hingewiesen werden. Dafür will Laura Pape 100.000 Unterschriften sammeln. Rund 13.000 Unterstützer zählt sie bis Donnerstagmittag. In der Auftakt-Sendung von 6. Februar schickte Heidi Klum zwar sogar "zu dünne" Models weg und sorgte damit für ein gewaltiges Medienecho. Aber für Laura Pape ist das einfach nicht genug. Die Model-Mama Klum sei "Vorbild für eine ganze Generation von jungen Mädchen, die sich nichts sehnlicher wünscht als so zu sein wie sie: schlank und schön - aber nicht krank".

Mit ihrer Petition an Klum, ProSiebenSat.1-Digital-Boss Markan Karajica und Senderchef Wolfgang Link will Laura Pape "andere Mädchen vor diesem Schicksal bewahren", heißt es. Pape: "Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen dem, was wir täglich im TV oder in Zeitungen sehen und unserem eigenen Körpergefühl." Viele der Mädchen bei "GNTM" seien gerade einmal 17 Jahre alt – ein Alter , in dem bei Laura die tückische Krankheit ausbrach und die Schülerin von einer scheinbar harmlosen Diät in die Magersucht abrutschte. "Extrem schlanke Frauen in den Medien verunsichern die Teenagerin, sodass sich die eigentlich Normalgewichtige irgendwann nicht mehr wohl in ihrer Haut fühlt", heißt es. Fotos von mageren Models hätten sicher einiges dazu beigetragen, den Wunsch nach dem Dünn-Sein noch zu bestärken. Heute ist Pape wieder gesund. In dem Buch "Lebenshungrig. Mein Weg aus der Magersucht" beschreibt sie ihren harten Kampf gegen die Essstörung.

Die aktuelle neunte Staffel steht schon vom Start weg unter Beobachtung - unter anderem durch die Initiative Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht. Der Medienratgeber für Familien hat zum Auftakt empfohlen, derlei Castingshows gemeinsam mit den Kindern anzuschauen und darüber zu sprechen. Es müsse so klar gemacht werden, "dass es sich hierbei um Unterhaltung handelt – und nicht um die Wirklichkeit". Das Live-Finale der letztjährigen Staffel hatten barbusige Femen-Aktivistinnen gestürmt und so gegen das Frauenbild protestiert, das Heidi Klum mit "Germany’s Next Topmodel" vermittle. Den Quoten scheint die Kritik indes gut zu tun: Mit genau drei Millionen Zuschauern zählt die erste Folge der aktuellen Staffel vom vergangenen Donnerstag knapp zehn Prozent mehr Publikum als die Startausgabe 2013.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.