Erklärungsnot bei HBO :
Pleiten, Pech und Pannen bei Game of Thrones

Wieder wurde eine Folge der HBO-Serie Game of Thrones zu früh ausgestrahlt - diesmal in Spanien. Und noch mehr ging schief.

Text: Manuela Pauker

Sehr begehrt: "Game of Thrones"-Folgen.
Sehr begehrt: "Game of Thrones"-Folgen.

Die spanischen Fans der TV-Serie "Game of Thrones" dürften nicht schlecht gestaunt haben: Als sie am Mittwoch den Pay-TV-Sender HBO  Spanien einschalteten, lief da bereits die sechste Episode der aktuellen siebten Staffel – vier Tage früher als eigentlich vorgesehen. Eigentlich sollte die Folge, die erst am 20. August in den USA Premiere hat, am 21. August ausgestrahlt werden.

Zum Leidwesen der Fans bemerkte der Sender den Fauxpas aber bereits nach einer Stunde und nahm die Episode aus dem Programm. Einigen Zuschauern reichte die Zeit dennoch, die Folge mit dem Titel "Death is the Enemy" zu kopieren und in den Sozialen Netzwerken zu teilen. Ob es technisches oder menschliches Versagen war, das zu der verfrühten Ausstrahlung folgte, wird noch zu klären sein.

In Indien war Vorsatz im Spiel

Definitiv vorsätzlich handelten jedoch vier IT-Spezialisten des Unternehmens Prime Focus Technologies in Indien: Sie hatten bereits Anfang August die Folge "Kriegsbeute" drei Tage zu früh ins Netz gestellt. Die Ironie dabei: Eigentlich sollte die Firma die GoT-Episoden für legales Streaming auf einer indischen App vorbereiten. Ausgezahlt hat sich ihr Tun für die kriminellen IT-ler jedenfalls nicht: Die Vier wurden festgenommen.

Nicht die ersten Vorfälle, mit denen der Sender HBO in jüngerer Zeit rund um die Hit-Serie zu kämpfen hat. Erst Anfang August hatten sich Hacker Zugang zu den HBO-Servern verschafft und dabei unter anderem das Skript zu einer noch nicht veröffentlichten Folge der Fantasy-Serie erbeutet. Eine andere Hacker-Gruppe leakte fast zeitgleich eine weitere unveröffentlichte Folge. Den Quoten schadete es allerdings nicht – im Gegenteil: Diese Folge erreichte in den USA mehr als zehn Millionen Live-Zuschauer. Neuer Rekord.

mp/dpa


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde