ProSiebenSat.1 hofft auf ein Recht an Fußball nach der Champions League

Zumindest bei der Europa League will die TV-AG am Ball bleiben. Sportchef Sven Froberg drückt es so aus: "Wir haben die Europa League in unser Herz geschlossen."

Text: Petra Schwegler

16. May. 2012

Nur noch wenige Tage ist Sat.1 ein Fußballsender; das Revival der Sportsendung "ran" gipfelt am Samstag im Finalspiel der Champions League zwischen Bayern und Chelsea. Doch das Sportteam will nicht wieder arbeitslos werden – und die Mutter ProSiebenSat.1 nicht auf das Image als Sportanbieter sowie auf die tollen Quoten verzichten. Daher ist die TV-AG auf der Suche nach Rechten – und will auch in den kommenden Jahren internationalen Fußball zeigen. Sportchef Sven Froberg gibt jetzt gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa“ zu: "Wir haben die Europa League in unser Herz geschlossen." Man sei in Gesprächen, erklärt er zu den Verhandlungen mit der Uefa und der Agentur Team. Und: "Wir prüfen, ob das wirtschaftlich darstellbar ist.“

Das ZDF hat die TV-Rechte an der Champions League bereits vor mehr als einem Jahr erworben; für die Europa League hat sich bisher kein deutscher Free-TV-Sender gefunden. ARD, ZDF und RTL haben abgewunken. ProSiebenSat.1, die den kleineren der beiden Europapokal-Wettbewerbe zuletzt über Sat.1 und Kabel eins abgespielt hat (was Sat.1 mal weniger, aber Kabel eins durchaus zweistellige Quoten in der Zielgruppe eingebracht hat), zögert bisher. Interesse soll auch der Constantin-Sportkanal Sport1 haben. Froberg geht davon aus, "dass die Entscheidung in den nächsten Wochen fallen wird“. Sicher sei derzeit nur, dass der Pay-TV-Sender Sky die Europa League in den kommenden drei Jahren überträgt. Wenn es ganz dumm läuft – das hat auch schon die Uefa eingeräumt -, dann ist die Europa League in Deutschland in den kommenden Spielzeiten nur für Pay-TV-Kunden zu sehen.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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