Scherz oder Wahrheit? News Aktuell warnt vor dem 1. April

In den April geschickt zu werden, hat eine lange Tradition und kann sehr witzig sein. Witze zum 1. April über die gängigen Nachrichtenticker zu verschicken – davor warnt wenige Tage vor dem Stichtag die dpa-Tochter News Aktuell.

Text: Petra Schwegler

In den April geschickt zu werden, hat eine lange Tradition und kann sehr witzig sein. Witze zum 1. April über die gängigen Nachrichtenticker zu verschicken – davor warnt wenige Tage vor dem Stichtag die dpa-Tochter News Aktuell.

Monika John, Leiterin Auftragsservice, macht sich nach den teils ausufernden Fake-Stories der vergangenen Jahre Sorgen und geht mit einem Aufruf an die Presse. Motto: "April, April ... aber bitte nicht auf OTS" - weil über den seriösen Nachrichtenkanal Versendetes eben noch schwerer vom Erfundenen zu unterscheiden ist.

Der Ticker-Dienst von News Aktuell musste in der Tat schon einiges bewältigen. Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender und immer mehr Webseiten lancieren Jahr für Jahr am 1. April scherzhafte Fehlinformationen. "Das kann lustig sein und sogar zum Nachdenken anregen. Ärgerlich ist es jedoch, wenn diese Scherze nicht als solche erkannt und von Journalisten als richtig und wahr weiter verbreitet werden. Die Schadenfreude ist groß und die Häme wird kübelweise über das arme Medium ausgegossen", heißt es in der Notiz von News Aktuell. Zuvor hat Monika John schon dazu gebloggt. Ihr Appell: OTS werde als "seriöser und vertrauenswürdiger Kanal" wahrgenommen. "Machen Sie es den Empfängern Ihrer Informationen nicht allzu schwer, der Rechercheaufwand ist auch schon im normalen Alltag nicht unbeträchtlich", heißt es da.

Zur Erinnerung hier einige April-Enten aus dem Vorjahr - die durchaus auch über Nachrichtenticker verbreitet wurden: Papst Benedikt XVI. als Oberhaupt der Katholiken zeigt Weltoffenheit und will sich bei seinem Besuch in Deutschland mit Vertretern eines Lesben- und Schwulenverbandes treffen. Karl-Theodor zu Guttenberg wird Gottschalk-Nachfolger im ZDF oder EU-Bürger müssen für ihren Strom in Fitnessstudios strampeln. Auch W&V hat in der Vergangenheit eifrig mitgemischt.

Dass seriöse Medien sorgfältig mit Aprilscherzen umgehen sollten, zeigen schon die Anfänge der skurrilen Witzmeldungen. Als im Jahr 1957 die britische BBC Zuschauer mit Bildern von der Schweizer Spaghetti-Ernte in den April schickte und noch dazu einen "Pasta-Bauern“ interviewte, da glaubten das viele Zuschauer. Die BBC galt eben als zuverlässig und absolut glaubwürdig.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.