Branchen-News in Kürze :
Schweglers Mediennotizen

Auch Sport1-Chef Schröder ordnet Zuschauer schräg ein, Funke baut Digital aus, ARD bietet Verleger Koops an, RTL II denkt sich was für "Game of Thrones" aus, Wall verteidigt Berlin, Laura frischt sich auf, Barbara frischt Wohnungen auf.

Text: Petra Schwegler

Sport1. Dort laufen nachts häufig Sex-Sport-Clips. Senderchef Olaf Schröder lästert nun in einem Interview über Zuschauer, die diese verfolgen. "Wer um null Uhr noch vorm Fernseher sitzt, hat vielleicht nicht alles richtig gemacht", sagte er gegenüber dem Branchendienst Turi2 – jetzt von der Wirtschaftswoche skizziert. Ein solcher Spruch kostete ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling jüngst den Job.
Sport1 weist indes in einem Statement die Darstellung zurück: "Wir verwehren uns in aller Deutlichkeit gegen die abstruse Interpretation und Unterstellung, dass Olaf Schröder mit seiner Antwort Zuschauer im Allgemeinen oder eine bestimmte Zuschauergruppe beleidigt oder diskreditiert habe. Vielmehr wollte er mit seiner Antwort lediglich zum Ausdruck bringen, dass Menschen seiner Auffassung nach – und übrigens auch nach einhelliger landläufiger Meinung – in der Regel nachts im Bett liegen sollten, um genügend Schlaf zu bekommen. Und das grundsätzlich auch völlig unabhängig davon, welches Programm Menschen bevorzugen, die dennoch nachts fernsehen."

Funke. Vergrößert die Führungsspitze für den stärkeren Ausbau der Digitalstrategie. Jens Doka wird ab sofort neben Stephan Thurm und Tobias Oswald dritter Geschäftsführer bei Funke Digital in Berlin. Der 47-Jährige übernimmt die Rolle des Chief Product Officer, in der er die Bereiche Produkt- und Softwareentwicklung sowie Audience Development verantwortet. Die Position wird neu geschaffen, um die Entwicklung der Digitalprodukte konsequenter und effizienter zu gestalten.
Zuletzt leitete Jens Doka bei ProSiebenSat.1 Digital fünf Jahre lang das Digitalgeschäft der TV-Sender. Davor war er beim Holtzbrinck Verlag unter anderem für mehrere digitale Start-Ups verantwortlich. Unternehmensangaben.

ARD. Der neue Vorsitzende Ulrich Wilhelm setzt auf intensivere Zusammenarbeit mit den Verlagen und bringt als Idee die Gründung einer gemeinsamen digitalen Plattform ins Spiel. Unter der Dominanz der vorhandenen Suchmaschinen litten private Verlage und öffentlich-rechtliche Sender gleichermaßen. "Wir brauchen eine Plattform aller Qualitätsanbieter", sagte der BR-Intendant am Donnerstag in Berlin.
"Sobald es derzeit eine Algorithmusveränderung bei einer Suchmaschine gibt, führt dies bei uns zu Nachteilen. Wir brauchen eine gemeinsame Plattform auf nationaler oder sogar auf europäischer Ebene." Dieses Vorhaben setze einen Gesprächsprozess voraus, der geprägt sei vom ”Miteinander, nicht vom Egoismus“. Wilhelm verhehlte nicht, dass der "technische Aufwand" beträchtlich sein werde und das Kartellamt ein Wörtchen mitzureden habe.
Die ARD führt eigentlich seit Jahren - auch auf gerichtlicher Ebene - einen Kampf mit den Verlegern um die Auftritte ihrer Sender im Netz. Am Ende der Diskussionen müsse aber das ”gemeinsame Interesse“ mehr ins Gewicht fallen als die Gegensätze, sagte der ARD-Vorsitzende. Via dpa.

RTL II. Strahlt die siebte Staffel von "Game of Thrones" im Februar als Free-TV-Premiere aus. Los geht es am 10. Februar um 20.15 Uhr. In den ersten drei Wochen läuft die HBO-Serie in Doppelfolgen, das Staffel-Finale folgt am 3. März. 
Der Münchner SenderI zeigt die neuen Folgen erneut am Samstagabend – packt mit "Taboo" aber noch einen Serien-Neustart dazu. In der BBC-Dramaserie mit Tom Hardy werden die Zuschauer ins finstere London des 19. Jahrhunderts entführt.  Am 10. und 17. Februar platziert RTL II ab 22.15 Uhr jeweils drei Folgen der insgesamt acht Ausgaben am Stück, am 24. Februar folgen zwei Folgen. 
In der neuen Serie ist unter anderem Franka Potente als Bordellinhaberin Helga zu sehen, auch fünf Darsteller aus "Game Of Thrones" sind in London mit von der Partie. Unternehmensangaben. 

Wall. Das Out-of-Home-Unternehmen hat den 15-Jahres-Vertrag für die Werberechte in Berlin gewonnen. Wall verteidigt damit seine führende Marktposition in der Hauptstadt. Unternehmensangaben.

G+J IMS. Das Sales Office Germany hat die Vermarktung für die Print- und Digitalangebote der österreichischen Tageszeitung Der Standard in Deutschland übernommen. "Damit baut G+J IMS seine crossmediale Präsenz bei europäischen Qualitätsmedien weiter aus und stärkt gleichzeitig seine Position in der DACH-Region", heißt es. Unternehmensangaben.

Sat.1. Gibt Kaya Yanar eine neue eigene Comedy-Show. In "Guckst Du?! Kayas große Kinoshow" präsentiert der 44-jährige Comedian die bekanntesten und beliebtesten Filme der Welt - auf seine ganz eigene Art und Weise. Yanar darf damit ab 23. Februar am Fun Freitag um 20.15 Uhr bei Sat.1 antreten. Unternehmensangaben.

Laura. Das jüngste Weekly unter den wöchentlichen Frauenzeitschriften liegt opitsch runderneuert am Kiosk - mit hochwertigem Umschlag und dem überformatigen Heft im Heft "Genial einfach". Das Bauer-Blatt will so mehr Psycho-, Deko- und DIY-Tipps für die "Rushhour-Frau 30plus" bieten. Unternehmensangaben.

Barbara. Der G+J-Frauentitel, der in Kooperation mit Barbara Schöneberger entsteht, bringt eine Home Collection auf den Markt - gemeinsam mit dem Tapetenhersteller Gebr. Rasch. Die Kollektion, die 42 unterschiedliche Tapeten umfasst, soll ab sofort Räume verschönern.
Die Kollektion wird ergänzt um Kissenhüllen und Fertigvorhänge, die in Kooperation mit der Elbersdrucke GmbH entstanden sind. Unternehmensangaben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.