Branchen-News in Kürze :
Schweglers Mediennotizen

Januar erfreut ZDF und drückt ProSieben, UKW-Szenarien der GroKo erschrecken Funker, Bastei Lübbe schreibt rot, "Lügenpresse" verbessert ihr Image, SWR trauert um Fünfgeld und stellt sich multimedial auf. 

Text: Petra Schwegler

TV-Monat Januar. Endete bitter für ProSieben und Sat.1. Beide Sender holen mit 3,9 beziehungsweise 5,8 Prozent Marktanteil sehr niedrige Werte im Gesamtmarkt - und mit 8,6 und 7,9 Prozent auch bei den werberelevanten 14- bis 49-Jährigen kaum bessere Ergebnisse. RTL kann sich mit dem Dschungel-Hype fangen und erzielt bei den Zuschauern ab 3 Jahren 9,6 Prozent, punktet aber ungemein bei 14-49 mit 14,1 Prozent, ganze 3,2 Prozentpunkte über dem schwachen Dezember. Doch im Vergleich zum Vorjahr fällt der Dschungeleffekt schwächer aus.
Besonders ARD und ZDF können mit dem TV-Monat Januar zufrieden sein. Beide legen zu auf jetzt 12,5 und 14,2 Prozent Gesamtmarktanteil, womit die Mainzer Öffentlich-Rechtlichen den Fernsehmarkt klar dominieren. Erwähnenswert Vox: Der Kölner ProSieben-Verfolger überholt die Münchner im Januar im Gesamtmarkt mit 4,8 Prozent Marktanteil und pirscht sich bei den Werberelevanten mit 7,1 Prozent an ProSieben heran. Unternehmensangaben/dpa.

UKW. Die Privatradioverbände APR und VPRT sind aufgeregt - und protestieren gegen Bestrebungen, eine Regelung zur Abschaltung der Antennenfrequenzen in den aktuell verhandelten Koalitionsvertrag von CDU/CSU und der SPD aufzunehmen.
Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste des VPRT und Geschäftsführer von Radio Regenbogen, warnt die Politiker vor diesem Schritt, zumal "die Existenzgrundlage der Privatradios in Deutschland in Frage" gestellt würde.
Michael Radomski vom Radiosendenetzbetreiber Uplink Network fügt mit Blick auf die UKW-Nutzung von 90 Prozent aller Bundesbürger hinzu: "Ein politisches Aus für UKW wäre eine Enteignung aller Radiobesitzer." Unternehmensangaben.

Bastei Lübbe. Schreibt tiefrote Zahlen. Grund: hohe Wertberichtigungen auf die vorhandenen Manuskriptbestände und Millionenabschreibungen bei einigen Tochterfirmen des Kölner Verlagskonzerns. Er rechnet im Geschäftsjahr 2017/18 inzwischen mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von rund elf Millionen Euro. 
Bei Bastei Lübbe erscheinen Bestseller- Autoren wie Ken Follett oder Dan Brown. Grund für die Wertberichtigungen seien nicht zuletzt die schlechter als erwartet laufenden Geschäfte beim übernommen Buchgroßhändler BuchPartner. Via dpa.

"Lügenpresse". Die Hysterie um den Begriff ebbt einer Studie zufolge ab. Das liege unter anderem an der Debatte über die Arbeitsweise von Journalisten, sagte Nikolaus Jackob, Mitglied einer Forschergruppe der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, die das Medienvertrauen langfristig untersucht. "Durch die Diskussion haben Journalisten immer häufiger angeboten, ihre Arbeit zu erklären", sagte Jackob. "Dieser Moment des Hosen-Runterlassens war gar nicht schlecht. Wir sehen einen echten Debatteneffekt."
Dabei differenzieren die Befragten laut der Studie deutlich, welchem Medium sie wie stark vertrauen. Etwa zwei Drittel erklärten in den vergangenen beiden Jahren, sie hielten das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die Tageszeitungen für "sehr vertrauenswürdig" oder "eher vertrauenswürdig". "Einen regelrechten Vertrauenssturz hat dagegen das Internet erlebt", erklärten die Forscher. Nur noch 10 Prozent hielten Internet-Angebote im Allgemeinen zuletzt für glaubwürdig.
In gezielten Falschmeldungen und Hasskommentaren sieht eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland laut der Studie eine Gefahr für die Gesellschaft. Via dpa.

SWR a). Trauert um ehemaligen SDR-Intendanten Hermann Fünfgeld. Er starb im Alter von 87 Jahren und gilt als einer der Wegbereiter für den heutigen SWR. Dessen Intendant Peter Boudgoust würdigte Fünfgeld als "vehementen Kämpfer für die Idee des öffentlich-rechtlichen Journalismus". Unternehmensangaben.

SWR b). Will nach einem Ausbau seines Nachrichtenangebots in diesem Jahr eine multimediale Rechercheeinheit für Enthüllungsjournalismus entwickeln. Angedockt werde die Einheit bei "Report Mainz", sagte Intendant Peter Boudgoust. "Wir wollen mehr investigativen Journalismus haben im Fernsehen, im Radio und im Netz", so der SWR-Chef. Die inhaltliche und multimediale Neuaufstellung des SWR solle auch künftig weiter gehen, sagte Boudgoust. "Wir sind mittendrin im Umbau." Unternehmensangaben.

Mediengruppe Thüringen. Das Funke-Unternehmen vereinfacht sein digitales Produktportfolio und startet eine neue E-Paper-App. Ab sofort werden alle Digitalangebote von Thüringer Allgemeine (TA), Ostthüringer Zeitung (OTZ) und Thüringischer Landeszeitung (TLZ) in jeweils einem Produkt vereint. Unternehmensangaben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.