Branchennews in Kürze :
Schweglers Mediennotizen

Alternative Fakten bewegen Verbände und Aufklärer, Sky 1 kocht weiter, ZDF auf dem Quotenthron, "Toni Erdmann" mit Oscar-Chancen, "taz" mit Wahljahr-Projekt. 

Text: Petra Schwegler

Alternative Fakten. Die Auseinandersetzung mit den so genannten Fake-News durch Medien, Politik und nicht zuletzt das Publikum selbst sei wichtig, werde mittlerweile aber übertrieben, finden die Zeitungsverleger in Gestalt ihres Verbandsgeschäftsführers Dietmar Wolff. Falschmeldungen und Propaganda seien verwerflich, es handele sich jedoch um kein neues Phänomen.
Aber: Alternative Fakten, wie sie das Donald-Trump-Imperium anführt, können von echten unterschieden werden – und die Krautreporter weisen auf diese Checkliste hin:

Sky 1. Wird seine aus den USA stammende Kochshow "MasterChef" ab Herbst 2017 in den zweiten Durchgang schicken. Die Reihe habe Zuschauerzahlen im unteren sechsstelligen Bereich von etwa 100.000 bis 250.000 Zuschauer pro Ausgabe auf dem Kanal Sky 1 und bei den Video-Abrufen verbucht, sagte Sky-Programmchef Marcus Ammon. Das Jurorenteam mit Ralf Zacherl, Sybille Schönberger und Justin Leone bleibe der Show erhalten.
In der ersten Staffel sind derzeit noch vier Kandidaten im Rennen. Der Sieger wird am Montag mit einer Prämie von 100.000 Euro sowie einem von ihm herausgebrachten Kochbuch belohnt. Unternehmensangaben.

ZDF. Wieder hatte ein Krimidrama der Mainzer die besten Karten beim TV-Publikum: Der Film "Ein Kommissar kehrt zurück" mit Uwe Kockisch, Sylvester Groth und Sophie von Kessel interessierte am Montagabend ab 20.15 Uhr 6,83 Millionen Gesamtzuschauer. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum betrug 20,4 Prozent. Zeitgleich brachte es Günther Jauch mit seinem RTL-Quizklassiker "Wer wird Millionär?" auf 5,00 Millionen Zuschauer (14,9 Prozent).
Das RTL-Dschungelcamp "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" sahen ab 22.15 Uhr 6,57 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren (29,0 Prozent) - etwa so viele wie am Vortag. Model Gina-Lisa Lohfink musste die Show als fünfte der zwölf Kandidaten nach dem Telefon- und SMS-Votum des Publikums verlassen. dpa/Unternehmensangaben.

Gala.de. Wurde renoviert. Die neue Gruner+Jahr-Seite setzt auf eine neue Optik, auf Mouse-Over- und Zoom-Effekte. Pinterest inspiriert die Startseite. Die Meldungen tauchen in einem Stream chronologisch geordnet auf. Unternehmensangaben.

Constantin Film/Constantin Entertainment. Die Produktionshäuser binden Comedian und Schauspieler Chris Tall für die nächsten drei Jahre an sich. Ziel der exklusiven Zusammenarbeit ist die gemeinsame Stoffentwicklung, Herstellung und Auswertung unterschiedlicher Formate für die Bereiche TV, Kino und Internet.
Die Vereinbarung umfasst sowohl fiktionale TV-, Kinofilme und Serienformate mit Chris Tall in einer Hauptrolle als auch die Entwicklung und Produktion von neuen Comedy- und Showformaten. Unternehmensangaben.

LfM. Die NRW-Medienanstalt wird ab sofort vom neuen Direktor Tobias Schmid geführt. Der 46-Jährige wurde am Dienstag bei einem Empfang in Düsseldorf in sein neues Amt als oberster Medienwächter des Bundeslandes eingeführt.
Der neue LfM-Direktor Schmid ist Nachfolger von Jürgen Brautmeier. Er war zuletzt bei der Mediengruppe RTL Deutschland für Medienpolitik zuständig und stand an der Spitze des Privatfunkverbands VPRT. Unternehmensangaben.

SWR. Freut sich über die Oscar-Nominierung für dessen Kinokoproduktion "Toni Erdmann" von Maren Ade. Der Streifen konkurriert um den Preis als bester fremdsprachiger Film - als einer von fünf Bewerbern um den Academy Award. Für die Tragikomödie um eine widersprüchliche Vater-Tochter-Beziehung, eine Kinokoproduktion von SWR, WDR und Arte, "ein weiterer Schritt auf einem beeindruckenden Erfolgsweg", wie die ARD-Anstalt betont.
"Toni Erdmann" ist eine Produktion der Komplizen Film in Koproduktion mit Coop99 Filmproduktion und Missing Link Films, dem SWR, WDR und Arte. Die diesjährige, 89. Verleihung der Academy Awards findet am 26. Februar in Hollywood statt. Unternehmensangaben.

"Özgürüz". Das zweisprachige Online-Medium ist gestartet. Für das Projekt mit Texten und Videos auf Deutsch und Türkisch arbeitet das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv mit den türkischen Journalisten Can Dündar und Hayko Bagdat zusammen. "Özgürüz" heißt übersetzt "Wir sind frei".
Das Online-Medium soll nach Angaben der Initiatoren unter anderem über die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und über Korruption in der Türkei berichten. "Nun wollen wir ein neues, freies Medium aufbauen", sagte Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet". Auch Hayko Bagdat ist im Exil in Deutschand. Noch sucht Correctiv Unterstützer, um das Projekt langfristig zu sichern.
Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die in Berlin erscheinende "tageszeitung" das deutsch-türkische Internetportal "taz.gazete" gestartet. Dort sollen wöchentlich fünf Beiträge in türkischer und deutscher Sprache erscheinen. dpa/Unternehmensangaben.

"taz". Sagt noch dazu "Meinland" und fragt "Euerland", "Unserland". Bis zur Bundestagswahl im September wird die Zeitung unter dem Label "taz Meinland" quer durch die Republik reisen und mindestens 50 Orte besuchen. Am 25. Januar erscheint dazu die gleichnamige Sonderausgabe "meinland". Sie bildet den Auftakt der Reise. Unternehmensangaben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.