Branchennews in Kürze :
Schweglers Mediennotizen

RTL reaktiviert Jochen Busse, Mathias Döpfner warnt vor immer mehr Facebook-Macht, SWR baut groß um, Heise verliert Johannes Endres. 

Text: Petra Schwegler

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RTL. Bringt mit einer Sitcom Jochen Busse zurück. Ab 9. März ist der Schauspieler immer donnerstags in "Nicht tot zu kriegen" zu sehen – auf dem Sendeplatz um 21.15 Uhr, auf dem derzeit "Magda" läuft.
In der Sitcom spielt Busse den griesgrämigen Villen-Besitzer Helmut Kraft. Produziert wird "Nicht tot zu kriegen" von der Pro TV Produktion. Neben Busse sind auch Caroline Frier ("Alles was zählt") und Petra Nadolny ("Switch Reloaded") zu sehen. Unternehmensangaben.

Mathias Döpfner. Der Axel-Springer-Chef sagt über den Umgang mit Fake News im Interview mit dem Schweizer "Blick": "Facebook darf nicht globaler Superzensor werden." Er warnt vor einem Machtzuwachs des sozialen Netzwerks. Die Social-Media-Plattform solle sich aus der Bewertung von Inhalten heraushalten, auch von Fake News und anderem Unsinn, so Döpfner.
Außerdem sieht er die Debatte um "alternative Fakten" überbewertet. Döpfner: "Erfunden, gelogen und übertrieben wurde immer. Früher auf dem Marktplatz oder in der Kneipe, heute auf Facebook oder Snapchat. Der Unterschied ist, dass es jeder sehen kann und dass es sich schneller verbreitet."

SWR. Erweitert sein Informationsangebot und bündelt die Berichterstattung im Hörfunk, Fernsehen und Internet künftig unter der Nachrichtenmarke "SWR aktuell".
Auch eine App geht unter diesem Namen am 6. Februar an den Start. Mit der Anwendung für mobile Geräte sollen sich Nutzer unterwegs informieren können. Dort gibt es neben kurzen Textnachrichten auch Videos, Wetter- und Verkehrsberichte sowie Hördateien. Außerdem wird die Hauptnachrichtensendung künftig samstags um 15 Minuten verlängert. Unternehmensangaben.

Madsack. Fügt innerhalb der "Vertical-Strategie" mit Sportbuzzer.de für überregionalen und regionalen Fußball und DeineTierwelt.de das Reiseportal Reisereporter.de hinzu. Das Startup schließt mit dem Launch seine rund dreimonatige Beta-Phase ab und erscheint in der neu gegründeten Madsack Vertical GmbH & Co. KG.
Reisereporter.de inszeniert Reise-Themen in Storytelling-Formaten mit Bewegtbild. Produziert werden die Inhalte von einer Redaktion aus Reisejournalisten und Social-Media-Experten. Das Startup will nun zum Start mit einer Werbekampagne rund um den Claim "einfach fly sein" Reisebegeisterte für seine redaktionelle Plattform gewinnen. Unternehmensangaben.

Heise. Der Verlag aus Hannover verliert "c’t"-Chefredakteur Johannes Endres. Der 49-Jährige verlasse den Verlag nach 20 Jahren "auf eigenen Wunsch, um sich neuen Herausforderungen zu stellen", teilt der Verlag mit. Seine Nachfolge beim gedruckten Magazin tritt Jürgen Rink an. Der 54-Jährige leitet im Fachverlag die Sonderhefte und das Online-Portal Heise Foto als Chefredakteur.
Für Heise Online sucht der Verlag einen neuen Chefredakteur. Fürs Erste übernehmen Volker Zota, 47, in der neuen Funktion als Vize-Chefredakteur und Jürgen Kuri, Chef des Newsrooms, die Leitung. Unternehmensangaben.

ZDF. Bezwingt mit "Der Bergdoktor" den Bozen-Krimi in der ARD. Die ZDF-Reihe mit Hans Sigl als Alpen-Arzt lockte am Donnerstag um 20.15 Uhr 6,38 Millionen Zuschauer ab 3 Jahren vor die Bildschirme - der Gesamtmarktanteil betrug 19,6 Prozent. Chiara Schoras als Ermittlerin in Südtirol musste im ARD-Krimi mit dem Titel "Am Abgrund" einen Anschlag auf ihren Mann Thomas klären. Das interessierte zeitgleich im Ersten 4,91 Millionen Menschen (15,1 Prozent Gesamtmarktanteil). Unternehmensangaben.

"Gelnhäuser Tageblatt". Die Tageszeitung wird Ende März eingestellt. Damit gehe eine 184-jährige Geschichte zu Ende, teilte die Gießener Anzeiger Verlags GmbH mit, zu der das Blatt gehört. Die verkaufte Auflage habe zuletzt bei rund 4600 Exemplaren gelegen.
Der Verlag gab wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung an. Das "Gelnhäuser Tageblatt" sei Opfer des dramatischen Medienwandels mit sinkenden Auflagen und Anzeigenumsätzen. Auch die Wochenblätter "Gelnhäuser Tageblatt extra" und "Gelnhäuser Tageblatt zum Sonntag" werden eingestellt.
Der Gießener Anzeiger Verlag ist eine Tochter der Verlagsgruppe Rhein Main mit Sitz in Mainz ("Allgemeine Zeitung", "Wiesbadener Kurier"). Via dpa.

Tennis. Nachdem es keine TV-Bilder von der Handball-WM gegeben hat, wird auch die Davis-Cup-Erstrundenpartie zwischen Deutschland und Belgien in Frankfurt (3. bis 5. Februar) weder im Fernsehen noch im Internet zu sehen sein. Wie der DTB mitteilte, seien die Verhandlungen zwischen Rechteinhaber beIN Sports und interessierten deutschen TV- Anstalten gescheitert.
"Nach der Handballweltmeisterschaft erleben wir nun das nächste Fiasko mit beIN Sports", sagte DTB-Vizepräsident Hordorff. BeIN hat die Rechte am Davis Cup, dem wichtigsten Wettbewerb für Nationalmannschaften im Herrentennis, und am Fed Cup für sieben Jahre erworben. Via dpa.

ARD. Meldet für die 156. Folge der 18-Uhr-Vorabendreihe "Gefragt - Gejagt" am Donnerstag hatte mit 13,9 Prozent den höchsten Gesamtmarktanteil seit dem Start des Quiz‘ mit Alexander Bommes im Mai 2015 im Ersten. 2,90 Millionen Zuschauer wollten sich die Ausgabe nicht entgehen lassen.
Die höchste Sehbeteiligung in absoluten Zahlen hat bisher übrigens die Sendung vom 8. Februar 2016 zu verzeichnen: Vor knapp einem Jahr verfolgten 3,11 Millionen Zuschauer den Wettkampf der Kandidaten gegen die "Jäger" (13,8 Prozent Marktanteil). Unternehmensangaben.

Bertelsmann. Beruft SAP-Vorstand Bernd Leukert in den Aufsichtsrat. Der 49-Jährige soll für mehr  "Digitalkompetenz im Kontrollgremium" sorgen. Leukert verantwortet bei SAP Produktentwicklung und Innovationen. Er sitzt auch im Aufsichtsrat des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. Unternehmensangaben.

Constantin Film. Legt beim Kassenknüller "Fack Ju Göhte" nach und bringt Teil 3, der auch der letzte sein soll, im Herbst ins Kino.Geplanter Filmstart ist der 26. Oktober. Alle Hauptdarsteller der ersten beiden Filme sollen wieder mit dabei sein, Regie und Drehbuch kommen wie gehabt von Bora Dagtekin.
Die Schulkomödien, in denen Elyas M'Barek  bereits zweimal den Ex-Ganoven und Lehrer Zeki Müller spielte, waren 2013 und 2015 Überraschungshits an der Kinokasse. Beide Teile schafften es auf jeweils mehr als sieben Millionen Zuschauer und gehören damit zu den erfolgreichsten deutschen Filmen überhaupt. Unternehmensangaben.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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