Provokante Serien fürs Smartphone :
Sex, Gewalt und Drogen: Blackpills streamt für Millennials

Mit harten Themen provozieren will die neue werbefinanzierte Serienplattform Blackpills für Millennials. Jetzt ist die App in Deutschland verfügbar.

Text: Petra Schwegler

Die Blackpills-Gründer Daniel Marhely (l.) und Patrick Holzman.
Die Blackpills-Gründer Daniel Marhely (l.) und Patrick Holzman.

Mit dem Grundprinzip Provokation startet die Serienplattform Blackpills auch in Deutschland. Seit dieser Woche ist die App bei Apple hierzulande verfügbar. Zielgruppe sind junge Erwachsene. Das Konzept in Blackpills-Sprech: "auf Mobile Screens zugeschnittene Serien für die Mobile-First-Generation der Millennials, die ihre Smartphones immer und überall nutzen".

Diese Art Netflix fürs Smartphone ist bereits in den USA und Frankreich präsent. Nun sollen auch in Deutschland junge Erwachsene mit provokanten Themen rund um Sex, Gewalt und Drogen sowie in kurzen Folgen, die auf den Mobile-Konsum zugeschnitten sind, von Blackpills überzeugt werden. Wöchentlich werden die Serien mit neuen Folgen beschickt.

Das Team um die Gründer Daniel Marhely und Patrick Holzman verspricht dabei "prominente Darsteller wie James Franco". Oder auch Zoe Cassavetes, Bryan Singer und Patrick J. Adams.

Was Blackpills zeigt

Das französische Unternehmen entwickelt und produziert die "kurzen, authentischen und fesselnden Serien" für Millennials selbst. Neben kreativen Köpfen, Schauspielern, Regisseuren und Produzenten spannt Blackpills für die Serien-Plattform auch digitale Influencer ein. Das Ganze präsentiert sich als eine Art HBO-Gegenentwurf im Snapchat-Tempo.

Jede Woche werden neue Originalserien eingespielt, produziert und geschnitten im Tempo der Zielgruppe: Die einzelnen Folgen dauern zwischen 6 und 15 Minuten. Die Produktionen sollen sich somit bequem unterwegs anschauen lassen. Gezeigt wird "Exposed".Die Beschreibung lautet: "Alles dreht sich um Sex, aber bei Sex geht es um Macht."

Patrick Holzman, Mitgründer von Blackpills, sagt über das Konzept: "Unser Ziel ist es, neue Serienformate zu produzieren, die die jüngere Generation authentisch darstellen und den Nutzer durch ungeschminkte Inhalte berühren." Heutzutage sei Content "die neue Sucht der 15- bis 30-Jährigen". Angesichts der Tatsache, dass fast 700 Millionen Millennials weltweit auf ihren Smartphones und Tablets Serienmarathons veranstalten, treffe Blackpills mit seinen innovativen Formaten und Themen den Nerv der Zeit.

Hier ein Vorgeschmack:

Wie funktioniert Blackpills

Nutzer erhalten ab sofort beim werbefinanzierten Service kostenlosen Zugriff auf alle Serien, bei denen täglich neue Folgen veröffentlicht werden. Ein offenbar werbefreies Premium-Angebot soll demnächst folgen. Die Serien sind ab sofort in englischer Originalversion mit deutschen Untertiteln über die App für iOS verfügbar, eine Version für Android erscheint laut Blackpills in Kürze auf dem Markt.

Für die Bereitstellung seiner auf mobilen Konsum ausgerichteten Plattform und das Teilen der Serien schließt Blackpills nach eigenen Angaben "länderspezifische Partnerschaften". So veröffentlichte das Unternehmen seine App vor wenigen Wochen in Europa und in den USA/Kanada sowie auf Vice - mit einem Kanal in rund 20 Ländern. Im Anschluss an den deutschen Markt wird die Plattform im Juni außerdem in Großbritannien, Italien und Spanien eingeführt. Bis zum Jahresende sollen weitere Länder folgen.

An Erfahrung und Geld fehlt es den Machern hinter Blackpills übrigens nicht. Holzman war zuvor Manager des französischen Pay-TV-Unternehmens Canal+ nebst Videodienst Canalplay. Marhely ist Gründer des Musikstreamingdienstes Deezer. Als Finanzier steht Xavier Niel hinter dem Projekt, Milliardär aus Frankreich, der in der Erotik- und Telekommunikationsbranche sein Geld gemacht und gerade eben für Startups ein kreatives Terrain in Paris eröffnet hat.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.