TV-Quoten :
So machen Vox und RTL II den Großen das Leben schwer

Ok, der Sonntagabend gehört dem "Tatort" und damit der ARD, immer. Aber was sich im werbefinanzierten Programm abspielte, gibt zu denken.

Text: Susanne Herrmann

Steffen Henssler legte mit Sängerin Senna Gammour ein Tänzchen für Mit-Koch Joachim Llambi hin. Die Finalshow auf Vox verlor der Profikoch, aber der Sender fuhr gute Quoten ein.
Steffen Henssler legte mit Sängerin Senna Gammour ein Tänzchen für Mit-Koch Joachim Llambi hin. Die Finalshow auf Vox verlor der Profikoch, aber der Sender fuhr gute Quoten ein.

"Tatort" aus München, Sonntagabend in der ARD, 8,74 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,1 Prozent). Das ist typisch, das heißt erneut, das Erste ist ab 20.15 Uhr der mit Abstand meistgesehene Sender. Von den 14 bis 49 Jahre alten Zusehern waren sehr gute 2,37 Millionen (20,6 Prozent) dabei. Und die Zahlen waren deutlich besser als beim vorigen München-"Tatort" am 30. April, als nur etwa 7,3 Millionen einschalteten.

Wie so oft sehr solider Zweiter ist das Zweite: Den Familienfilm "Ein Sommer auf Zypern" im ZDF sahen ab 20.15 Uhr 4,68 Millionen (14,0 Prozent).

Die Überraschung kommt im Anschluss: Mit sehr guten Zahlen, sowohl was den Senderschnitt als auch die Reichweite bei den Werberelevanten angeht, glänzten am 21. Mai nämlich Vox und RTL II. Das beliebte Vox-Format "Grill den Henssler" erreichte keine Rekordquoten, aber satte 1,83 Millionen Zuschauer (6,6 Prozent).

Damit liegt das Programm zwar hinter der Hauskonkurrenz von RTL, aber knapper, als es den Kölnern lieb sein dürfte: Trotz Einsatzes der vermeintlichen Quotengranaten Thomas Gottschalk und Günther Jauch und neuem Sendeplatz erreichte "Die 2 - Gottschalk und Jauch gegen alle" gerade einmal 2,43 Millionen Zuseher (9,3 Prozent).

Bei den Zutaten klar unter den Erwartungen und nur noch 10 Prozent Anteil bei den 14- bis 49-Jährigen (930.000 Zuschauer). Vox holte hier 9,3 Prozent (920.000). Besonders bitter: Die Gottschalk-und-Jauch-Spielshow war 2013 mit 2,59 Millionen Zuschauern gestartet - allein in der Altersgruppe 14 bis 49. Gestern sahen nicht einmal insgesamt so viele zu.

ProSieben mit "Kill the Boss 2" schalteten 1,55 Millionen Zuschauer (4,8 Prozent) ein. Bei den Werberelevanten reichte das mit 10,8 Prozent immerhin knapp, um RTL und Vox zu überholen.

Und RTL II: Mit dem 16 Jahre alten Film "Natürlich Blond" kamen die Münchner allerdings auf immerhin 6,1 Prozent der jüngeren Zuschauer, 1,06 Millionen (3,2 Prozent) sahen insgesamt zu. Das ist vor allem tragisch für Sat.1: Denn hier holte die Talentshow "It's Showtime" gerade mal 1,17 Millionen Seher (4 Prozent) - und enttäuschende 5,6 Prozent der 14- bis 49-Jährigen (570.000) zur besten Sendezeit.

Auf Kabel eins sahen 1,02 Millionen (3,1 Prozent) die neue Folge der Doku-Reihe "Die spektakulärsten Kriminalfälle". Für "Bella Block: Unter den Linden" mit Hannelore Hoger in der Hauptrolle schalteten 690 000 (2,0 Prozent) den Sender ZDF Neo ein.

Im Durchschnitt liegt das ZDF seit Jahresbeginn unter den deutschen TV-Sendern mit einem Marktanteil von 13,1 Prozent auf Platz eins. Es folgt das Erste mit 11,5 Prozent vor dem privaten Marktführer RTL mit 9,7 Prozent. Dahinter liegen Sat.1 (6,9 Prozent), Vox (5,2 Prozent), ProSieben (4,7 Prozent), Kabel eins (3,4 Prozent), RTL II (3,2 Prozent), ZDF Neo (2,7 Prozent) und Super RTL (1,7 Prozent). (sh/mit dpa)


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.