Neuartiges Bezahl-Modell :
So meistert die "Zeit" den Spagat zwischen Reichweite und Paid Content

"Die Zeit" führt ein neuartiges Paid-Content-Konzept ein, bei dem registrierten Onlinenutzern Abos schmackhaft gemacht werden.

Text: Petra Schwegler

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"Die Zeit" führt ein neues Paid-Content-Konzept ein, bei dem registrierten Onlinenutzern Abos schmackhaft gemacht werden.
"Die Zeit" führt ein neues Paid-Content-Konzept ein, bei dem registrierten Onlinenutzern Abos schmackhaft gemacht werden.

Premiere für ein neuartiges Abo- und Paid-Content-Modell bei der "Zeit": Das intern "Reader Revenue" genannte Projekt geht jetzt online und verquickt die jeweils aktuellen Inhalte der gedruckten Wochenzeitung und des "Zeit Magazins" mit einer Onlineregistrierung.

Und das geht so: Im Prinzip vergrößert Zeit Online das Angebot, indem bereits ab Mittwochabend alle Texte der neuen Ausgabe der gedruckten "Zeit" auch online zu finden sind. Einen Großteil dieser Texte können Nutzer lesen, indem sie sich kostenfrei registrieren. Sie haben dann erst einmal auf ein wöchentliches Kontingent von Artikeln Zugriff - bis sie eine Einladung für das digitale Abonnement der "Zeit" erhalten.

Ausgewählte Texte - wie etwa die Titelgeschichte der "Zeit", das Dossier oder die Einstiege der Ressorts - sind nur für zahlende Digital-Abonnenten zugänglich. Die nur Login-pflichtigen Texte auf Zeit.de sind mit einem grauen Symbol "Z+", die Abo-pflichtigen mit einem roten "Z+" gekennzeichnet.

Wer's erfunden hat

Im Prinzip verbindet "Reader Revenue", federführend verantwortet von Zeit-Online-CMO Enrique Tarragona und Martin Kotynek, stellvertretender Chefredakteur von zeit.de, Login-pflichtige Inhalte mit aus dem klassischen Paid-Content-Bereich bekannten Freemium- und Metered-Modellen. Das lange erwartete neue Bezahl-Hybridmodell beinhaltet keine Einzelverkäufe von Artikeln. Es stellt eine neuartige Mischung dar, die Leser mit mehr Inhalten lockt, allzuhohe Hürden aber gar nicht erst errichtet.

Zeit-Online-CEO Christian Röpke glaubt, damit die "hervorragende Reichweitenentwicklung" weiter fortsetzen zu können – ohne mit zu hohen Paywalls Leser zu vergrätzen. Gleichzeitig wolle das Haus das Digital-Abo durch das "Reader Revenue"-Modell deutlich ausbauen, heißt es. Zeit.de-Chefredakteur Jochen Wegner betont: "Wir haben einen, so hoffen wir, guten Weg gefunden, unsere elf Millionen Leser mit den aktuellen Inhalten der Print-Ausgabe bekanntzumachen – und im Gegenzug unsere Leser besser kennenzulernen."

Monatlich erreicht Zeit Online 11,23 Millionen Leser (Agof internet facts November 2016). Die digitale Abo-Auflage der "Zeit" liegt aktuell bei 55.000 Exemplaren.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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