So kümmert sich beispielsweise bei der Verlagsgruppe Handelsblatt Gerrit Schumann schwerpunktmäßig um diese Themen: Der Digitalexperte, der vor seinem Einstieg ins Verlagshaus in der Musikindustrie und im E-Commerce tätig war, hat die neu geschaffene Position des Chief Digital Officers übernommen. Wie wichtig das Thema für das Wirtschaftsblatt ist, sieht man unter anderem daran, dass die Position innerhalb der Geschäftsführung angesiedelt ist.

Warum Verlage oft gar kein Personal suchen müssen

Viele Verlage haben festgestellt, dass die passenden Mitarbeiter für die Transformation gar nicht erst von außen geholt werden müssen, sondern schon im Haus sind. Ihr grundlegendes Knowhow über Strukturen und Abläufe im Haus erleichtert die Vernetzung der neuen mit den bestehenden Abteilungen.

Unternehmen wie der Zeit Verlag oder der "Spiegel" vertrauen auf langjährige Mitarbeiter. Christian Goedecke, beim "Spiegel" seit Anfang 2017 Leiter des neuen integrierten Produktmanagements, kam bereits 2006 ins Haus. Beim Zeit Verlag arbeiteten Chris Höfner, Vize-Chefin der Tochter Tempus Corporate, und Martin Kotynek, als Stellvertretender Chefredakteur Zeit Online auch für "Editorial Product & Innovation" zuständig, schon zuvor für das Unternehmen.

Die langjährigen Mitarbeiter eines Hauses bringen ein weiteres Talent mit, das die Publisher auch in Zukunft brauchen werden: Wissen, wo und wie die Vernetzung weiter vorangetrieben werden kann. Ziele, die viele Häuser verfolgen – und die zum Teil auch über die Landesgrenzen hinausgehen: So arbeitet etwa die Bauer Media Group, die global mittlerweile breit in mehreren Gattungen aufgestellt ist, an der Verknüpfung des internationalen Knowhows.

Wo die Reise hingeht ...

Ein Ende des Umbaus der gesamten Medienbranche ist ohnehin nicht abzusehen, sagt Markus Hüßmann, Managing Director der Bauer Xcel Media Deutschland. Das alles ist eigentlich erst der Anfang: "Transformation ist nicht so zu verstehen, dass es ein Prozess ist, der irgendwann endet. Man darf nie aufhören, sich zu optimieren."

W&V zeigt im Dossier auf, wie sich die Printbranche für die neuen Herausforderungen personell aufgestellt habt. Den Wandel bei Vermarktern finden Sie hier, wie sich die TV-Branche aufgestellt hat erfahren Sie in diesem Dossier.

In einem großen Überblick über die gesamte Medienbranche widmet sich auch die aktuelle Printausgabe der W&V (EVT: 03.04.) den Gesichtern des Wandels. 

Übrigens: Hinter "Dossier" steckt ein neues Format zum Relaunch von W&V Online. Wir gehen damit regelmäßig bei wichtigen Themen in die Tiefe und freuen uns über Ihr Feedback. Mehr über den neuen Digitalauftritt von W&V auf Facebook und Twitter unter #rethought.


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde